Die Suche nach der vollkommenen Sprache


Autor:Eco Umberto
ISBN:3406378889
Verlag:
Jahr:1994
Seiten:388
Sonstiges
InhaltsverteichnisInhaltsverzeichnis

Als die Menschen mit Gott wetteifern und einen Turm bauen wollen, der bis zum Himmel reicht, erwartet sie eine folgenschwere Bestrafung für ihren Hochmut. Gott zerstört den Turm und verdammt sie dazu, in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Seit dieser babylonischen Urkatastrophe träumt die Menschheit den Traum von der Wiedergewinnung der vollkommenen Sprache.

In seinem neuen Buch zeichnet Umberto Eco die Geschichte dieses Traumes nach. Er behandelt die Wiederentdeckung historischer Sprachen, die als ursprünglich oder in mystischer Weise vollkommen galten, wie das Hebräische, das Altägyptische oder das Chinesische. Er befaßt sich mit der Rekonstruktion von Sprachen, die als ursprünglich postuliert worden sind, er skizziert die artifiziellen Sprachen mit ihren teilweise barocken Wucherungen, und er schildert die Rolle der magischen Sprachen in der europäischen Kultur.

In gewisser Weise kehrt Eco damit noch einmal zu einem Thema zurück, das ihn schon in «Das Fou-caultsche Pendel» beschäftigt hat, die Sprache als Hort esoterischen Wissens und Hüter der letzten Geheimnisse. Doch hier ergreift nicht der Schriftsteller, sondern der Se-miotiker Eco das Wort, der die sprachhistorische Wirklichkeit hinter der literarischen Fiktion freilegt. Ein wenig beachtetes Kapitel der europäischen Kulturgeschichte wird aufgeschlagen und erweist sich, wie so oft bei Eco, als Schatztruhe erstaunlichster Einsichten und Beobachtungen. Von der ekstatischen Kabbala über die universale Grammatik bei Dante, von den Geheimsprachen der Rosenkreuzer bis zu den Welthilfssprachen wie Esperanto führt die Suche nach der vollkommenen Sprache durch ein jahrtausendealtes Labyrinth der Zeichen und Zeichensysteme, in dem Ungeheures auf Absurdes, Bizarres auf Geniales folgt.

Umberto Eco, geb. 1932, ist Professor für Semiotik an der Universität Bologna. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte der Zeichentheorie vorgelegt. Weltberühmt wurde er durch die Romane «Der Name der Rose» und «Das Foucaultsche Pendel».


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