Das Neudeck in der Au


Autor:Rädlinger Christine
ISBN:0000000242
Verlag:
Jahr:2006
Seiten:0
Sonstiges
InhaltsverteichnisInhaltsverzeichnis

Geschichtswerkstatt Auer Mühlbach

Einleitung

Bäche und Stadtentwicklung

Über viele Jahrhunderte hat der Auer Mühlbach mit seinen begleitenden Wasserläufen prägend die Entwicklung im Gebiet der späteren Vorstadt Au bestimmt. Die feuchten, häufig überfluteten Auen begrenzten eine ausgiebigere landwirtschaftliche Nutzung. Jagdwälder der fürstlichen Herrschaften, ein kleines Jagdschloß lagen hier, Gärten, Fischteiche und Hofwäschereien vor den Toren der Stadt.
Die Bürgerstadt des Mittelalters entwickelte sich zusammen mit der fürstlichen Residenz, eng parzelliert und dicht bebaut, auf der gesicherten Hochterrasse westlich der Isar.

Die Gebiete östlich, jenseits der Isar waren schwieriger zu erschließen, sperrten sich der intensiveren städtischen Entwicklung, und wegen des geringeren Besiedlungsdrucks waren lange hier vor allem die Orte der extensiveren Sekundärnutzungen der aufstrebenden Stadt.

Spontan entstanden Ansiedlungen zuwandernder armer Landbevölkerung, auf der Suche nach Lebensunterhalt: Tagelöhner, Handwerker, deren Ansiedlung in der Stadt der Bürger und Zünfte nicht zugelassen war. Ärmliche Siedlungen wuchsen heran, Herbergenviertel mit unglaublich dichter Belegung der Unterkunftsräume. Der Ansiedlung billiger, verfügbarer Arbeitskräfte folgte bald der Aufschwung gewerblicher Entwicklung im Gebiet. Und die beständige Wasserkraft des Auer Mühlbachs lieferte die notwendige Energie für Mühlen, Sägen und Pumpen, Hammer- und Mahlwerke.

Erst mit dem Beginn der Industrialisierung, dem Siegeszug von Dampfmaschine und Elektrizität verlor sich die standortbildende Eigenschaft der Wasserkraft für das räumliche Gefüge der Stadt. Im Zuge des rapiden Stadtwachstums mussten die offenen Wasserläufe der Stadtbäche als verzichtbarer Luxus erscheinen. So wurde auch der Auer Mühlbach zwischen Kegelhof und Tauben-
straße in den Untergrund verbanr reich Neudeck durch eine Verkehl überdeckt oder jenseits der Ohlrr unzugänglich ins Betriebsgelände ner Brauerei einbezogen.


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