Denkmäler in Bayern


Autor:Körner Hans-Michael, Weigand Katharina
Serie:Hefte zur Bayerischen Geschichte
ISBN:3927233528
Verlag:Haus der Bayerischen Geschichte
Jahr:1997
Seiten:47
Sonstiges Bayern
InhaltsverteichnisInhaltsverzeichnis

Vorwort

„Erinnerung ist kein Sonntagsgeschäft, denn auch die Geschichte der Menschen vollzog sich vor allem in ihrem Alltag", hat kürzlich der Historiker Peter Steinbach zurecht festgestellt. Gerade deshalb sind auch Form und Inhalt von Erinnerung zentraler Bestandteil, wenn nicht Indikator der Geschichtskultur eines Landes, in der sich Kunst, Wissenschaft und Politik zu einem komplizierten und streitanfälligen Konglomerat zu verbinden pflegen.Dies gilt in besonderem Maße für das verdinglichte Gedenken, die Symbole der Erinnerung, die Denkmäler aus Stein, Metall, Holz etc., die oft mehr repräsentieren als darstellen.

Als Bedeutungs- und Ideenträger sind sie auf Dialog über die eigene Zeit hinaus angelegt, sie wollen immer auch Traditionen begründen, Kontinuitäten stiften und nicht zuletzt Geschichts-bewußtsein prägen.Der Erfolg freilich dieses Bemühens war unterschiedlich. Wo man sie oktroyiert hat, war ihnen meist nur eine kurze Lebensspanne gegönnt, wo sie den Wünschen und dem Wollen der Menschen entsprachen, konnten sie überdauern. Daß Denkmäler bis heute Gegenstand von Kontroversen sind und gerade unser Jahrhundert sich der römischen „damnatio memoriae", der Tilgung von Erinnerung durch Denkmälerzerstörung, in einem vorher nie gekannten Umfang bedient hat, beweist die fortdauernde Kraft dieser visuellen Zeichen, die bis heute Geschichtsbilder repräsentieren und prägen.

Das vorliegende Heft spricht einige Facetten bayerischer Denkmälergeschichte an und stellt zugleich eine Palette von Typen vor, deren Entschlüsselung und Deutung auch heute noch sinnvoll und lohnend sein dürfte - im Blick auf gestern und morgen. Denn noch immer gilt, was Karl Jaspers angesichts der deutschen Katastrophe im Jahre 1945 in der Zeitschrift „Der Ruf" geschrieben hat: „Was und wie wir erinnern, und was wir darin als Anspruch gelten lassen, das wird darüber entscheiden, was aus uns wird."

Manfred Treml


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