Die Kirchen der Pfarrei Glonn


Autor:Brenninger Georg
ISBN:B004HD3XJ6
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:1983
Seiten:23
Sonstiges Bayern

Geschichte. Wenn für unsere altbayerischen Dörfer die schriftlichen Quellen kaum über das Jahr 700 zurückreichen, so können wir doch aufgrund von Bodenfunden die Datierung der ersten Siedlungstätigkeit wesentlich früher ansetzen. So konnte man am Ortsrand von Glonn in Tuffsteinbrüchen Münzen aus der Römerzeit, ja sogar jungsteinzeitliche Wohnstättenreste entdecken. Dazu kommt die Namensgebung des Ortes, die auf den keltischen Flußnamen Clana (= klarer, reiner Fluß) zurückgeht. Ihr Quellgebiet - 20 bis 27 Quellen werden der Glonn nachgesagt - ist Ziel vieler Spaziergänger, und seit 1931 führt das Ortswappen deswegen Mühlrad und Forelle als Motive.

Der Ort hatte in früheren Kriegszeiten viel zu leiden. Handschriftliche Aufzeichnungen von Pfarrern vergangener Jahrhunderte lassen oft ein erschreckendes Bild der Verwüstung erstehen. So schrieb Pfarrer Melchior Schmalzmair, der Lei-densgenosse des Dreißigjährigen Krieges, über das Jahr 1632, die Schweden hätten seinen Bruder auf einer Streife gefangen, „ich habe selbst Zeitmeistens bei Tag auch an orthen und im Holz mich versteckt . . . Glon, aldaim Khuglveld vil der baurn wacht umbracht worden, ist durch die Schweden biß an ein badtstuben ganz abgebrendt worden, es kam das Land in solche Not, das die Menge der Meuß, welche das Getreide auf dem Veld wöckh gefressen, als wäre es gemäht worden. Jedoch alhier blieb es unverlötzt. het Ichs nit gesehen, het ichs auch nit glauben mögen". Der Zusammenstoß der Bauernwacht mit den Schweden am 25. Mai 1632 auf dem Kugelfeld bei Glonn (dort Schwedenkreuz) wird uns auch in den Sterbematrikeln der Pfarreien Au bei Aibling und Elbach im Leitzachtal bestätigt, wo eine lange Liste der bei Glonn Gefallenen aufgezählt wird (vgl. auch Schwedenkapelle bei Berganger). Pfarrer Schmalzmair berichtet weiter: 1 636 ist ,,der sterb gewesen". Der Pest sind allein in Glonn 100 Bewohner zum Opfer gefallen.


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