Maria Birnbaum


Autor:Schütz Bernahrd
ISBN:3795442648
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:2004
Seiten:27
Sonstiges Bayern

Südlich von Sielenbach, auf dem flachen Berg oberhalb des Ecknachtals, stand bis zum Dreißigjährigen Krieg auf künstlicher Geländeerhöhung der Adelssitz derer von Weychs, Schloss Stuntzberg, ein Renaissancebau mit vier Rundtürmen an den Ecken - abgebildet auf einer der Tafeln von 1687 im Eingang der Kirche. Nach 1600 hatten die Schlossbewohner auf dem gegenüberliegenden Weinberg zur persönlichen Andacht ein kleines, Abb. wenige Jahre zuvor geschnitztes Vesperbild (l'ietä) in einem Eichrückwärtige baum-Marterl mit Blick auf die Ecknachbrücke aufgestellt. 1632, Umschlagselte ajs stuntzberg von den Schweden zerstört und der Weinberg vernichtet wurde, zündeten die Soldaten das Marterl an und warfen danach das Vesperbild in das sog. Jochmoos am Fuß des Berges, aus dem es der Dorfhirte von Sielenbach, Johann Vogl, in halb verbranntem und vermodertem Zustand herausholte und in einem hohlen Birnbaum neben der Straße stellte. Gegen Ende des Jahres 1659 ereignete sich eine Wunderheilung: I ine Frau Anna, Bürgerin von Meran in Südtirol, hatte wegen ihrer Hysterie und des „großen Leibschadens" ihres Sohnes vergeblich die „vornehmen wahlfahrten" Andechs, Mariazell, Ettal und Klosterlechfeld aufgesucht, als ihr in Meran das kleine Vesperbild im Traum erschien und sie aufforderte, es im „Baierland" zu suchen. Nach langen Irrwegen fand es Frau Anna, von Ingolstadt kommend, im Birnbaum und war von Stund an mitsamt ihrem Sohn geheilt. Wenig später erhielt die taubstumme Magdalena Schnader aus Ziemetshausen am Birnbaum die Sprache wieder; und nun setzte aus nah und fern eine große Wallfahrt zu „Unser Lieben Fraw im Pürnbaum" ein.


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