Stifsbasilika Waldsassen


Autor:Prof. Dr. Achim Hubel
ISBN:B0000BNGGC
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:1983
Seiten:31
Sonstiges Bayern

Der Orden der Zisterzienser erlebte nach seiner Gründung im Jahre 1 098 eine ungewöhnlich rasche Ausbreitung über ganz Europa. Die 1133 gestiftete Abtei Waldsassen gehörte dabei zu den frühesten Zisterzienserklöstern in Deutscr-land. Erst zehn Jahre vorher hatte das berühmte französische Kloster Morimo-c die älteste Zisterze Deutschlands errichtet, nämlich die Abtei Kamp am Niederrhein. Diese wurde zum Zentrum der Klostergründungen in Deutschland; von hier aus entstand 1131 auch die Abtei Volkenrode in Thüringen, die schon zwei Jahre später einige Mönche zur Gründung der nächsten Filiation, Waldsassen, entsenden konnte. Der weltliche Stifter Waldsassens war der Markgraf Diepold II. von Vohburg, der Schwiegervater Kaiser Friedrich Barbarossas; als Herr über die Marken Cham und Nabburg hatte er große Bedeutung für die Entwicklung der Oberpfalz. Unter günstigen Bedingungen wuchs die Abtei sehr rasch; 1147 verlieh ihr König Konrad III. bedeutende Privilegien, welche die Erteilung der Reichsunmittelbarkeit einleiteten. Urkunden der Kaiser Heinrich VI. (1194) und Friedrich II. (1214) bestätigten schließlich dem Kloster die volle Immunität. Bald konnte Waldsassen selbst neue Gründungen vornehmen: 1143 Sedletz (Sedieo in Böhmen, 1151 Bronnbach in Baden (das anscheinend schon 1166 in Absprache mit der Abtei Maulbronn gegen das Kloster Walderbach/Oberpfalz eingetauscht wurde) und 11 94 Ossek in Böhmen. Eine päpstliche Urkunde von 1185 bestätigte den reichen Grundbesitz Waldsassens, der eine Fläche von mehr a s 60 Quadratkilometern umfaßte und die Abtei zur bedeutendsten Grundherrsc^a" der nordöstlichen Oberpfalz werden ließ; heute noch trägt die Gegend die Bezeichnung „Stiftland".


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