Pfarrkirche Höslwang


Autor:Peter von Bomhard
ISBN:0000000080
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:1975
Seiten:15
Sonstiges Bayern

Das abseits alter Verkehrswege in abwechslungsreicher Moränen-landschaft gelegene Gebiet von Höslwang im Nordwesten des Chiemgaus ist im Gegensatz zur Halfing-Endorfer Senke im Westen und dem offenen Land um Obing im Osten erst verhältnismä?ig spät, wohl im Frühmittelalter, durch Rodung erschlossen worden. „Hesilinwanc" oder „Hesilwanch" wird im 12. Jh. urkundlich erstmals bezeugt. Der Ortsname geht auf einen Flurnamen zurück und bedeutet etwa „mit Haselstauden („hasala") bewachsener Hang". Höslwang besteht seit jeher aus 2 Ortsteilen. Die alte bäuerliche Dorfsiedlung Unterhöslwang liegt am Rand einer von zwei Bächen durchflossenen Talsenke, Oberhöslwang fast 40 m höher auf dem höchsten Punkt eines gegen Süden steil abfallenden Moränenzuges. Oberhöslwang bestand ursprünglich nur aus Pfarrhof und Pfarrkirche, einer Gebäudegruppe, hinter und neben der erst seit dem Ausgang des Mittelal-ters einige Handwerkerhäuser entstanden (im 18. Jh. erst 4). Der weitläufige alte Pfarrhof (im 16. Jh. ein aus wenigstens 8 aus Holz gezimmerten Gebäuden bestehender Gruppenhof) wirkte früher, vor der Vergrößßrung der Ortschaft in den letzten 2 Jahrzehnten, schon von der Lage her weit mehr als Herrensitz denn als Pfarrhaus, ein Eindruck, der nicht von ungefähr kam. Denn alles spricht dafür, daß er auf den Sitz des hochmittelalterlichen Ortsadelsgeschlechts zurückgeht, der Herren „de Hesilwanch", die im 12. Jh. als Ministerialen der Erzbischöfe von Salzburg, aber auch der Grafen von Neuburg-Falkenstein (als Lehensträger der Erzbischöfe?) bezeugt und um die Mitte des 13. Jh. erloschen sind.


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