Kirchen der Pfarrei Hohenkammer


Autor:Goerge Rudolf
ISBN:B004HD430O
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:1981
Seiten:23
Sonstiges Bayern

Geschichte

Hohenkammer liegt an der Kreuzung der Bundesstraße 13 München-lngol-stadt (ca. 35 km nördl. München) und der Staatsstraße Freising-Augsburg. Die gute geographische Lage, das fruchtbare Hügelland und die Glonn wirkten sich auf die Entwicklung des Ortes - er war lange Poststation - äußerst günstig aus. Ein gewisser Regino und seine Gattin Oaspirin schenkten „mit Erlaubnis des Herzogs Tassilo" 783-788 der Freisinger Domkirche ihren ganzen Besitz zu Chamara (= Kamer = Gewölbebau eines herrschaftlichen Steinhauses, dann Vorrats- oder Schatzhaus, schließlich fürstliche Wohnung). Der Ort war wohl ursprünglich agilolfingisches Herzogsgut und wurde im 9. Jh. königliches Fiskalgut, bis er zu Anfang des 11. Jhs . in Freisinger Besitz kam. In dieserZeitwird auch das Geschlecht der Herren von Kamer(Cha-mer) greifbar. Ein Edler von Chamer nahm am 7. Turnier in Halle/Sachsen 1042 und Dietburg von Chamer am 8. Spiel in Augsburg 1080 teil. Im 12. Jh. werden die Kamerer ausdrücklich als Ministerialen des Pfalzgrafen Otto bezeichnet. Die Mitglieder der weitverzweigten Familie, zu der die von Parthen-eck (= Johanneck), Kammerberg, Massenhausen und Hilgertshausen gehören, treten häufig als Siegler und Zeugen in Urkunden auf. Im Wappen führten sie eine schräg erhobene Parthe (Kriegsbeil) in weißem Feld. Um 1500 besaß Wilhelm von Kamer neben Hohenkammer eine stattliche Anzahl weiterer Hofmarken. Doch schon in der Mitte des 16. Jhs. erfolgte der Niedergang des Geschlechtes. Wegen arger Verschuldung mußte Christoph von Kamer, Pfleger von Pfaffenhofen (t 1558), am 31. Januar 1551 sein Stammgut an den fürstlichen Rat und Statthalter von Ingolstadt, Georg von Haslang, verkaufen. Die Freiherren (später Grafen) von Haslang waren bis 1804 die Hofmarksherren. Durch Heirat der letzten Gräfin, Bennonia von Haslang, fiel Hohenkammer an die Grafen Preysing (1804-1821). Weitere Besitzer waren die Freiherren von Cotta (1821-1833) und die Familie Vequel, später Vequel-We-sternach (1833-1917).

Beachtung verdient das Wasserschloß, eine reizvolle Vierflügelanlage mit 4 Ecktürmchen und einem Turm mit Zwiebelhaube über dem Eingang, dazu ein hübscher Innenhof mit dreigeschossigen, umlaufenden Laubengängen (Mitte 16. Jh., nach teilweiser Zerstörung Wiederaufbau 1 634).


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