Moosburg St-Kastulus-Münster


Autor:Altmann Lothar
ISBN:B003MXNUL8
Verlag:Schnell und Steiner
Jahr:1990
Seiten:23
Sonstiges Bayern

Wie aus dem „Verbrüderungsbuch" von St. Peter in Salzburg hervorgeht, bestand bereits um 780 auf dem auslaufenden Landrücken zwischen Isar und Amper, kurz vor der Vereinigung beider Alpenflüsse, ein Benediktiner-(Doppel-?) Kloster mit einer Marienkirche. Der hierfür genannte Abt Reginperth nahm 772 an der Synode von Dingolfing teil. Ein Agilolfinger-Herzog oder ein Mitglied des einheimischen Hochadels dürfte das Kloster gegründet haben. Bereits 807 sind indirekt für Moosburg die aus Rom (oder Pavia) übertragenen Gebeine des hl. Castu-lus, eines angeblich unter Diokletian am 26. 3. 286 den Märtyrertod gestorbenen „zetarius palatii" (Hofspeisemeisters), bezeugt. Die für 826 überlieferte Translation der Reliquien ist demnach legendär. Nach der Absetzung Herzog Tassilos III. wurde das Kloster 788 Reichsabtei 3. Klasse, d. h. ohne Tributpflicht (vgl. Aachener Konstitution von 817). 888 übte Graf Sigismund von Sempt die Schirmvogtei aus. Am 19. 7. 895 schenkte König Arnulf das Kloster dem Freisinger Bischof Waldo. Seit 908 war die „abbatiola" (die kleine Abtei) endgültig Eigenkloster der Freisinger Bischöfe, die zugleich die Abtswürde innehatten.


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