Leutstetten ist ein Pfarrdorf und ein nördlicher Ortsteil der Stadt Starnberg im oberbayerischen Landkreis Starnberg. Die geschichtsträchtige Siedlung liegt im idyllischen Leutstettener Moos, einer Niedermoorlandschaft am Abfluss der Würm aus dem Starnberger See.
Geschichte und historische Bedeutung
Die Besiedlung des Raumes reicht weit zurück, wovon die Reste einer römischen Villa rustica im Nordosten des Dorfes und Hügelgräber in der Umgebung zeugen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte um das Jahr 800 als „Luonstetin“. Über Jahrhunderte war der Ort eng mit dem dortigen Schloss Leutstetten verbunden. Das Schloss gelangte 1875 in den Besitz des Hauses Wittelsbach. Es diente dem letzten bayerischen König, Ludwig III., sowie später seinem Sohn Kronprinz Rupprecht von Bayern als Wohn- und Zufluchtsort. Bekanntheit erlangte der Ort im 20. Jahrhundert auch durch das dortige Wittelsbacher Pferdegestüt, in dem bis zum Jahr 2006 die seltene Rasse der Leutstettener Pferde (Sárvárer Husarenpferde) gezüchtet wurde.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Das Dorfbild wird geprägt von der katholischen Filialkirche St. Alto, einem im Kern spätgotischen Bauwerk mit romanischen Ursprüngen, das im 17. Jahrhundert barockisiert wurde. Ein überregional bekannter Anziehungspunkt für Ausflügler ist die historische Schlosswirtschaft Leutstetten, die für ihre bayerische Wirtshaustradition und ihren Biergarten bekannt ist. Unweit des Dorfes befinden sich zudem die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Samer- und Isarmühle.