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Kloster Irsee (Irsee)

RegierungsbezirkSchwaben
LandkreisOstallgäu
Ort 87660 Irsee
StraßeKlosterring 4
Internet http://www.kloster-irsee.de/
Suchbegriffe Irsee, Kloster Irsee
Beschreibung

Das Kloster Irsee ist eine ehemalige Benediktinerabtei nahe Kaufbeuren in Bayern, die heute als Tagungs- und Bildungszentrum des Bezirks Schwaben dient. Die Geschichte des Ortes begann um 1180 mit einer Einsiedelei, die kurz darauf als Kloster gegründet und 1186 zur eigenständigen Abtei erhoben wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erlangte Irsee wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung, wurde 1521 zur Reichsabtei und war für seine Gelehrsamkeit in den Bereichen Theologie, Naturwissenschaften und Musik bekannt.

Die Architektur ist geprägt vom Barock: Zwischen 1699 und 1730 entstanden die prächtige Abteikirche unter Baumeistern wie Franz Beer sowie die weitläufigen Konventgebäude. Eine Besonderheit der Innenausstattung ist die weltweit bekannte Schiffskanzel.

Nach der Säkularisation 1802 wurde das Kloster aufgelöst. In der Folgezeit dienten die Gebäude ab 1849 als „Kreisirrenanstalt“. Ein dunkles Kapitel der Geschichte markiert die NS-Zeit, in der das Haus als Zweiganstalt der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee in die Euthanasie-Verbrechen (Aktion T4) verwickelt war; über 2.000 Patienten wurden von hier aus deportiert oder vor Ort ermordet.

Seit der aufwendigen Restaurierung in den 1970er-Jahren fungiert die Anlage als Schwäbisches Tagungs- und Bildungszentrum. Es beherbergt unter anderem die Schwabenakademie sowie Fortbildungseinrichtungen für das Gesundheitswesen und wird regelmäßig für politische Klausuren und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Das Klosterareal gilt heute als bedeutendes Baudenkmal und Ort der Erinnerungskultur.