| Regierungsbezirk | Oberpfalz |
|---|---|
| Landkreis | Regensburg |
| Ort | Kallmünz |
| Wikipedia | Burgruine_Kallm%C3%BCnz |
| Internet | http://burgenseite.de/html/kallm.html |
| Suchbegriffe | Burgruine Kallmünz |
Beschreibung
Die Burgruine Kallmünz ist eine mittelalterliche Höhenburg auf dem Schlossberg über dem Zusammenfluss von Naab und Vils im oberpfälzischen Markt Kallmünz. Die Anlage entstand vermutlich um das Jahr 900 und diente zunächst als Fluchtburg gegen die Ungarneinfälle. Der sogenannte Ungarnwall schützte die Bevölkerung der Umgebung und gehört zu einer noch älteren Befestigungsanlage, deren Ursprünge bis in die Bronze- und Keltenzeit zurückreichen.
Durch ihre strategisch günstige Lage an wichtigen Handelswegen hatte die Burg große Bedeutung. Sie sicherte eine bedeutende Reichszollstätte und war im Besitz verschiedener Herrscher und Adelsfamilien, darunter die Wittelsbacher und Pfalzgrafen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach verpfändet, erweitert und umgebaut. Besonders im 12. Jahrhundert entstanden der romanische Palas, die Burgkapelle und der mächtige Bergfried aus Kalksteinquadern.
Während zahlreicher Kriege erlitt die Burg schwere Schäden. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde sie 1504 niedergebrannt, im Dreißigjährigen Krieg mehrfach geplündert und schließlich 1641 von schwedischen Truppen endgültig zerstört. Danach nutzte man die Ruine lange Zeit als Steinbruch. Seit dem 19. Jahrhundert wurden jedoch wiederholt Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
Heute zählen der gut erhaltene Bergfried, die Mauern des Palas sowie Reste der Ringmauer und Burgkapelle zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region. Die Burgruine ist Teil der „Burgensteige“ im Regensburger Land und ein bedeutendes Kultur- und Bodendenkmal Bayerns.