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Dorfkapelle (Weißenstein)

RegierungsbezirkNiederbayern
LandkreisRegen
Ort Weißenstein
Suchbegriffe Dorfkapelle, Totenbretter
Beschreibung
<p>Die Weißensteiner Dorfkapelle wurde im Jahre 1820&nbsp;von der Dorfgemeinschaft auf Allmende- bzw. Rechtlergrund erbaut.&nbsp;Ihre Entstehung fällt in eine Zeit, in der&nbsp;- nach der Zerstörung vieler sakraler Kleindenkmäler&nbsp;durch die&nbsp;Säkularisation 1803/04 - im Landkreis Regen&nbsp;etwa 80 Kapellen neu errichtet wurden.</p> <p>An der nachbarocken Ausstattung wirkte auch der seit&nbsp;1810 in Regen ansässige&nbsp;Maler, Vergolder und Bildhauer Georg&nbsp;Stoiber mit.&nbsp;Das Altarblatt, die Hl. Maria&nbsp;darstellend, ist älterer Herkunft. Die Heiligen deuten&nbsp;auf eine lokale Verehrung&nbsp;hin, wie die wenigen erhaltenen Votivtafeln an bayerische und böhmische Wallfahrtsziele erinnern.</p> <p>Bemerkenswert sind die „Totenbretter" an den Außenwänden und in der hölzernen Vorhalle. Die bis um&nbsp;1930 von&nbsp;Schreinern hergestellten und von Kunst-&nbsp;handwerkern beschriebenen und bemalten&nbsp;Exemplare dienten noch als „Liegebretter" &nbsp; für &nbsp; die &nbsp; Verstorbenen&nbsp;während der dreitägigen Aufbahrung &nbsp;im &nbsp;Sterbehaus.&nbsp;Die jünger datierten Beispiele sind brauchtümliche &nbsp; „Gedenkbretter", &nbsp; auf&nbsp;denen kein Toter mehr geruht&nbsp;hat. Herausragend, weil auch&nbsp;von literarischer&nbsp;Bedeutung,&nbsp;ist das Totengedenkbrett des&nbsp;Dichters Siegfried von Vegesack (1888-1974) für seinen&nbsp;1944 im&nbsp;Osten gefallenen&nbsp;Sohn Gotthard.</p> <p><em>Quelle: Infotafel Burglehrpfad Weissenstein</em></p>