| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Freyung-Grafenau |
| Ort | Freyung |
| Wikipedia | Carbidwerk_Freyung |
| Suchbegriffe | Carbidwerk Freyung |
Beschreibung
Das Carbidwerk Freyung wurde 1903 von den Brüdern Anton und Alfred Wiede gegründet und zählt zu den bedeutendsten Industriedenkmälern des Bayerischen Waldes. Es entstand in der Buchberger Leite bei Freyung, wo die Wasserkraft des Saußbachs und des Reschbachs optimale Voraussetzungen für die energieintensive Produktion von Kalziumkarbid bot. Bereits ab 1899 wurden Stauseen, Druckleitungen, Kanäle und Stollen errichtet, um drei Wasserkraftwerke mit ausreichend Wasser zu versorgen. Der erzeugte Strom trieb die Lichtbogenöfen des Werkes an.
Kalziumkarbid war damals ein wichtiger Grundstoff zur Herstellung von Acetylen, das vor allem für Gaslampen und Schweißtechnik benötigt wurde. Ab 1913 begann das Unternehmen zusätzlich mit der Herstellung synthetischer Edelsteine, darunter Rubine, Saphire und später künstliche Diamanten. Diese Produkte entwickelten sich zu einem bedeutenden Exportartikel und sicherten den Fortbestand des Werkes, nachdem die Karbidproduktion 1974 eingestellt worden war.
Das Carbidwerk prägte über Jahrzehnte die wirtschaftliche Entwicklung der Region und bot zahlreichen Menschen Arbeit. Gleichzeitig gilt die Anlage mit ihren historischen Kraftwerken, Wasserstollen und technischen Bauwerken als herausragendes Zeugnis der frühen Industrialisierung im Bayerischen Wald. Heute produziert das traditionsreiche Familienunternehmen weiterhin hochwertige synthetische Kristalle für Schmuck sowie technische und industrielle Anwendungen und verbindet dabei historische Industriegeschichte mit moderner Werkstofftechnik.