| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Freyung-Grafenau |
| Ort | Leopoldsreut |
| Wikipedia | Leopoldsreut |
Beschreibung
Leopoldsreut ist ein heute verlassenes Dorf im Bayerischen Wald und gehört zur Gemeinde Haidmühle im Landkreis Freyung-Grafenau. Der Ort lag auf etwa 1.110 Metern Höhe und zählt damit zu den höchstgelegenen Siedlungen Bayerns. Seit 1963 ist Leopoldsreut unbewohnt und gilt als „verschwundenes Dorf“.
Gegründet wurde die Siedlung im Jahr 1618 durch den Passauer Fürstbischof Leopold V. als Mautstation an einem alten Handelsweg nach Böhmen. Durch diese Funktion entwickelte sich ein kleines Dorf, das später vor allem von Landwirtschaft und Viehzucht lebte.
Die Lebensbedingungen waren jedoch äußerst hart: lange, schneereiche Winter schnitten den Ort oft wochenlang von der Außenwelt ab. Ein Sprichwort beschreibt dies treffend: „Dreiviertel Jahr Winter, ein Viertel Jahr kalt.“ Bereits im 19. Jahrhundert begann die Abwanderung der Bevölkerung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärfte sich die Situation. Es fehlten grundlegende Infrastrukturen wie Strom und fließendes Wasser, und das wirtschaftliche Wachstum erreichte den abgelegenen Ort kaum. 1963 verließen die letzten Bewohner das Dorf endgültig, die Gebäude wurden größtenteils abgerissen.
Heute sind nur noch wenige Zeugnisse erhalten, darunter die Kirche, das ehemalige Schulhaus – einst die höchstgelegene Schule Deutschlands – und ein Forsthaus. Leopoldsreut gilt als eindrucksvolles Beispiel für das Verschwinden abgelegener Siedlungen im Bayerischen Wald.