Zum Inhalt springen

KZ-Hersbrück (Hersbrück)

Regierungsbezirk
Landkreis
Ort Hersbrück
Wikipedia KZ-Au%C3%9Fenlager_Hersbruck
Beschreibung

Das KZ-Außenlager Hersbruck war ein Nebenlager des KZ Flossenbürg und bestand von Mai 1944 bis April 1945. Es gehörte zu den größten Außenlagern dieses Systems und diente vor allem der Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie.  

Insgesamt wurden etwa 9.000 bis 9.500 Häftlinge aus mehr als 20 Ländern in Hersbruck inhaftiert, darunter viele Juden sowie politische Gefangene.   Die Gefangenen mussten unter extremen Bedingungen ein unterirdisches Stollensystem bei Happurg errichten, das als Produktionsstätte für Flugzeugmotoren geplant war (Projekt „Doggerwerk“).  

Die Lebensbedingungen im Lager waren katastrophal: Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und schwere körperliche Arbeit führten zu einer sehr hohen Sterblichkeitsrate. Schätzungen zufolge starben etwa 4.000 Häftlinge, also fast die Hälfte der Gefangenen.  

Im April 1945 wurde das Lager geräumt; viele Häftlinge wurden auf sogenannte Todesmärsche geschickt.   Nach dem Krieg wurde das Gelände zunächst anderweitig genutzt und später weitgehend überbaut, wodurch die Erinnerung lange verdrängt wurde.  

Heute erinnern Dokumentationsorte in Hersbruck und Happurg an die Opfer und die Geschichte dieses Lagers und machen die NS-Verbrechen vor Ort sichtbar.