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Kirchenruinie (Jakobsbaiern)

RegierungsbezirkOberbayern
LandkreisEbersberg
Ort 85625 Jakobsbaiern
Suchbegriffe Kirchenruinie
Beschreibung

Die Turmgeschichte der ehem. Jakobsbairer Jakobskirche

Dieser allein stehende Kirchturm ist das Wahrzeichen der Gemeinde Baiern und eine bayerische Rarität. Sein Standort ist an drei Seiten von steil abfallenden Hängen begrenzt, sodass man hier bereits eine keltische Verteidigungsstelle vermuten könnte. Wahrscheinlich war hier ein bajuwarischer Opferplatz, da die Missionare gerne ihre Kirchen an diesen Stätten errichteten.

Vermutlich wurden die hiesigen Siedler von den nur wenige Kilometer entfernt lebenden Bischof Marinus und dessen Diakon Anianus christianisiert. In Berganger wird bereits 776/78 eine Kirche erwähnt, im hiesigen Hangentinpurrun erst 1294. Der Kirchenpatron Jakob der Ältere lässt aber darauf schließen, dass der Kirchenbau schon früher bestand.

1315 wird in „Peuren“ eine Filialkirche der Pfarrei Glonn erwähnt. Erst in einer Urkunde des Jahres 1524 taucht der Name des Kirchenpatrons St. Jakob auf. Im Dreißigjährigen Krieg scheinen alle Dokumente über diese Kirche vernichtet worden zu sein. Wahrscheinlich wurde sogar die umliegende Ortschaft niedergebrannt, denn 1676 wird der Hochaltar erneuert.

1803 fiel die Kirche bei Ausbesserungsarbeiten größtenteils zusammen. Zwei Jahre später konnte das fast neu errichtete Gotteshaus von Glonner Pfarrern erneut eingeweiht werden. Die Kirche war 16 Meter lang und 7,5 Meter breit.

1878 wurde von Zimmermeister Beham aus Glonn ein neuer Turm errichtet. Der Gedanke, das alte, baulich unzureichende Kirchlein zu erweitern, geht bereits auf das Jahr 1873 zurück. Noch 1906 beriet der Kirchenbauverein darüber, ob die Kirche größer gebaut werden solle.

1908 entschloss sich jedoch die Mehrheit der Bürger, die Kirche von Jakobsbaiern in die Mitte der Expositur nach Antholing zu verlegen. 1909 richteten die Jakobsbairer im Portal des Glockenhauses des alten Turms eine Lourdesgrotte und eine Armenseelenkapelle ein.

Der Turm wurde später mehrfach saniert, unter anderem 1950, 1993 und 2006.

Quelle: Infotafel vor Ort