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Absturz bei München – 19. Juli 1944 (Vaterstetten)

RegierungsbezirkOberbayern
LandkreisMünchen
Ort 85591 Vaterstetten
StraßeOttendichler Straße
Suchbegriffe Flugzeugabsturz
Inschrift

Zum Gedenken

Am 19. Juli 1944 um 11.40 Uhr stürzte nach Flakbeschuss eine
B-24J-105-CO Liberator der US Air Force
in dieses Waldstück.
Von 10 Mann Besatzung verloren 5 ihr Leben.

Start: Venosa, Basilicata, Italien

Besatzung:

  • CAPT John C. Sandell †
  • 2 LT Lester W. Knab †
  • 1 LT Clemens H. Hurley
  • 1 LT Homer G. Hale Jr.
  • TSGT William H. Rucker
  • TSGT Lionel B. Bourassa †
  • SSGT Albert C. O’Brien
  • SSGT John J. Murphy
  • SSGT Albert J. Mueller †
  • SSGT Jesse E. Keller †
Die verheerenden Luftangriffe auf München brachten der Zivilbevölkerung unsägliches Leid und forderten im Raum München ca. 8000 Todesopfer.

Beschreibung

Die „Yellow G“ – Absturz bei Vaterstetten am 19. Juli 1944

Am Vormittag des 19. Juli 1944 erreichte der Luftkrieg auch das Gebiet östlich von München. Gegen 11.40 Uhr stürzte eine B-24J-105-CO Liberator der United States Army Air Forces im Wald zwischen Vaterstetten und Ottendichl ab. Die Maschine mit dem Spitznamen „Yellow G“ war von ihrem Stützpunkt in Venosa in Süditalien gestartet und gehörte zu einem Verband der 15. US-Luftflotte, der militärische Ziele im Raum München angriff.

Während des Einsatzes geriet der Bomber in das Feuer der deutschen Flugabwehr. Durch die schweren Beschädigungen verlor die Besatzung die Kontrolle über das Flugzeug. Ein Teil der Flieger konnte sich mit dem Fallschirm retten, bevor die Maschine abstürzte. Fünf Besatzungsmitglieder überlebten und gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Fünf weitere verloren ihr Leben.

Der Absturz ereignete sich in einer Zeit, in der München wiederholt Ziel schwerer Luftangriffe war. Die Bombardierungen richteten sich gegen militärische und industrielle Einrichtungen, verursachten jedoch zugleich große Zerstörungen in der Stadt und forderten tausende zivile Opfer. Der Luftkrieg brachte auf beiden Seiten unermessliches Leid mit sich: Soldaten und Flieger verloren ihr Leben, Familien wurden auseinandergerissen, Städte verwüstet und ganze Lebenswelten zerstört.

Lange Zeit erinnerte am Absturzort nur wenig an die Ereignisse des Sommers 1944. Erst durch die Arbeit von Heimatforschern, Zeitzeugen und engagierten Bürgern konnte die Geschichte der Besatzung rekonstruiert werden. Zeitzeugenberichte, amerikanische Militärunterlagen und lokale Recherchen machten es möglich, die Namen der Besatzungsmitglieder zu ermitteln und ihr Schicksal nachzuzeichnen.

Im Jahr 2009 wurde an der Absturzstelle eine Gedenktafel errichtet. Sie erinnert an die Besatzung der „Yellow G“ und zugleich an die Opfer des Luftkriegs im Raum München. Das Denkmal verfolgt dabei keinen militärischen Zweck. Es soll vielmehr an die menschlichen Schicksale erinnern, die sich hinter den historischen Ereignissen verbergen. Die jungen Männer an Bord des Bombers standen ebenso im Dienst ihres Landes wie die Soldaten und Zivilisten auf deutscher Seite, die unter den Folgen des Krieges litten.

Besondere Bedeutung erhielt die Gedenkstätte durch die Begegnungen zwischen Angehörigen der amerikanischen Besatzung und Bürgern aus Vaterstetten. Jahrzehnte nach Kriegsende kamen Menschen zusammen, deren Familien einst durch die Ereignisse des Krieges miteinander verbunden worden waren. Aus der Erinnerung an Verlust und Leid entstand ein Zeichen der Verständigung und Versöhnung.

Heute ist die Gedenkstätte im Wald bei Vaterstetten ein stiller Ort des Erinnerns. Sie mahnt an die Schrecken des Krieges und erinnert daran, dass hinter jeder Zahl in den Geschichtsbüchern einzelne Menschen mit Hoffnungen, Familien und Lebensgeschichten stehen. Die Geschichte der „Yellow G“ ist damit nicht nur die Geschichte eines abgestürzten Bombers, sondern auch ein Symbol für die gemeinsame Verantwortung, Frieden, Verständigung und Menschlichkeit zu bewahren.

Quellen:

Wikimedia
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Vaterstetten%2C_Absturz_USAAF_B-24J_%281944%29.pdf?utm_source=chatgpt.com

War History Online
https://www.warhistoryonline.com/war-articles/honoring-wwii-bomber-yellow-g.html