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Historische Steinbrüche (Wernsbach)

RegierungsbezirkMittelfranken
LandkreisRoth
Ort Wernsbach
Wikipedia Steinbrüche_von_Wernsbach
Suchbegriffe Steinbruch
Beschreibung

Die Steinbrüche von Wernsbach bei Georgensgmünd im Landkreis Roth zählen zu den bedeutendsten historischen Sandsteinabbaugebieten Mittelfrankens. Das etwa 250 × 500 Meter große Gelände umfasst verwitterte Felsabbrüche, bis zu acht Meter hohe Steilwände, künstliche Stollen und markante Steinbögen. Es gilt als das größte zusammenhängende Steinbruchareal im Landkreis Roth und wurde als Geotop ausgewiesen sowie mit dem Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet.

Der hier abgebaute Burgsandstein entstand vor rund 215 Millionen Jahren in den Ablagerungen überfluteter Schwemmebenen. Aufgrund seiner Härte und Witterungsbeständigkeit war er als Baumaterial sehr begehrt. Bereits vor etwa 600 Jahren wurde der Sandstein in kleinem Umfang gewonnen, meist von Bauern im Nebenerwerb während der Wintermonate. Mit einfachen Werkzeugen wurden die Steinblöcke aus dem Fels gelöst und mühsam mit Pferde- und Ochsengespannen transportiert.

Der industrielle Abbau begann vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Stolleneingang mit der Jahreszahl 1895 gilt als Hinweis auf diese Entwicklung. In den folgenden Jahrzehnten wurden große Mengen Sandstein mit dampfbetriebenen Sägen, Bohrern und Hämmern gewonnen und bis nach Nürnberg geliefert. Der charakteristische hellrötliche Burgsandstein prägt bis heute zahlreiche Bauwerke der Region. Für den Betrieb entstanden Baracken, Werkstätten, Vorratskeller und Transportanlagen.

Mit dem Preisverfall des Sandsteins kam der Betrieb in den 1930er Jahren zum Erliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Steinbruch noch einmal kurzzeitig für den Wiederaufbau historischer Gebäude genutzt. Heute ist das Gelände ein beeindruckendes Natur- und Industriedenkmal.

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