| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Passau |
| Ort | 94116 Kalteneck |
| Straße | Marktstraße 1 |
| Personen | Winkler Johann Evangelist |
| Inschrift | DIE PFARRGEMEINDE „EINE GRÖSSERE LIEBE HAT |
Beschreibung
Johann Evangelist Winkler (*26. November 1885 in Passau; † vermutlich 27. April 1945) war ein katholischer Priester des Bistums Passau und zählt zu den bedeutendsten kirchlichen Gegnern des Nationalsozialismus in Niederbayern.
1938 übernahm er die Pfarrei Hutthurm. Dort setzte er sich mutig gegen mehrere Maßnahmen des NS-Regimes ein. Er protestierte gegen die Entfernung der Kreuze aus den Schulen, verurteilte die Deportation geistig behinderter Menschen in die Tötungsanstalt Hartheim und engagierte sich besonders gegen die im Hutthurmer Krankenhaus vorgenommenen Zwangsabtreibungen an ausländischen Zwangsarbeiterinnen. Gemeinsam mit Benefiziat Georg Reis versuchte er, die Tötung der ungeborenen Kinder zu verhindern, blieb jedoch erfolglos.
In den letzten Kriegstagen, als amerikanische Truppen auf Hutthurm vorrückten, wurde Winkler von Angehörigen der 2. SS-Panzerdivision verhaftet. Im Pfarrhaus hatte die SS eine deutsche Flagge ohne Hakenkreuz und eine amerikanische Flagge gefunden, was als Verrat ausgelegt wurde. Nach einem Verhör in Passau wurde er erneut festgenommen, von einem SS-Kommandanten zum Tode verurteilt und am 27. April 1945 mit weiteren Gefangenen ermordet. Der genaue Ort seiner Hinrichtung und sein Grab sind bis heute unbekannt.
Nach dem Krieg wurde Johann Evangelist Winkler als Glaubenszeuge und Märtyrer geehrt. Die katholische Kirche nahm ihn in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts auf. An ihn erinnern unter anderem ein Gedenkstein auf dem Friedhof in Hutthurm, ein Erinnerungsort im Dom St. Stephan in Passau sowie die Pfarrer-Winkler-Straße in Hutthurm.