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Pfarrkirche St. Wilgefortis (Neufahrn bei Freising)

RegierungsbezirkOberbayern
LandkreisFreising
Ort 85375 Neufahrn bei Freising
StraßeVon-Halt-Straße 14
Wikipedia Wallfahrtskirche_St._Wilgefortis
Personen Hl. Kümmernis, St. Wilgefortis
Beschreibung

Die Kirche St. Wilgefortis in Neufahrn bei Freising zählt zu den ungewöhnlichsten Wallfahrtskirchen Oberbayerns. Der Kern des Gotteshauses stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts barock umgestaltet. Besonders bekannt ist die Kirche durch das sogenannte Wilgefortis-Kreuz, ein romanisches Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert, das über Jahrhunderte Ziel einer bedeutenden Wallfahrt war. 

Ursprünglich war die Kirche dem Apostel Bartholomäus geweiht, später dem Heiligen Geist und schließlich der heiligen Wilgefortis, auch „Kümmernis“ genannt. Nach einer Legende war Wilgefortis eine Königstochter, die Gott um Schutz vor einer Zwangsheirat bat und daraufhin einen Bart erhielt. Ihr Vater ließ sie deshalb kreuzigen. Diese Deutung entstand vermutlich um 1700, als das bärtige Christusbild als weibliche Heilige interpretiert wurde. 

Der Innenraum beeindruckt durch reichen Barockstuck, Fresken mit Szenen aus der Wilgefortislegende und einen kunstvollen Hochaltar von 1661. Die Fresken stammen vermutlich von Lucas Zais, der Stuck wird Nikolaus Liechtenfurtner zugeschrieben. 

Die Wallfahrt endete mit der Säkularisation 1803. Heute steht die Kirche unter Denkmalschutz und gehört zur Pfarrei St. Franziskus in Neufahrn bei Freising. Sie gilt als bedeutendes Beispiel bayerischer Kirchen- und Wallfahrtsgeschichte. 

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