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Burgstallkapelle (Kissing)

RegierungsbezirkSchwaben
LandkreisAichach-Friedberg
Ort Kissing
Wikipedia Burgstall_Kissing
Suchbegriffe Burgstallkapelle
Beschreibung

Der Burgstall Kissing liegt am südlichen Rand von Alt-Kissing im Landkreis Aichach-Friedberg und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bodendenkmälern der Region. Ursprünglich befand sich dort vermutlich um das Jahr 1000 eine Turmhügelburg (Motte), die als Sitz der Herren von Kissing diente. Von der eigentlichen Burg sind heute nur noch Geländespuren und der künstlich aufgeschüttete Hügel erhalten. Die Anlage war von Gräben umgeben und lag strategisch günstig am Lechrain.  

Im 17. Jahrhundert entstand auf dem ehemaligen Burghügel die barocke Burgstallkapelle „Zur schmerzhaften Muttergottes“. Die Jesuiten ließen die Kapelle zwischen 1681 und 1685 errichten. Sie entwickelte sich rasch zu einem beliebten Wallfahrtsort. Besonders auffällig sind die kuppelgekrönte Architektur, der reich geschmückte Barockaltar sowie die erhöhte Lage über dem Ort. Die heutige Kapelle gilt als Wahrzeichen von Kissing.  

Die Kapelle wurde mehrfach beschädigt, unter anderem durch einen Blitzschlag im Jahr 1790. Wegen wachsender Pilgerzahlen erfolgten wiederholt Umbauten und Erweiterungen. In den 1980er Jahren musste das einsturzgefährdete Bauwerk umfassend saniert werden. Zahlreiche Bürger engagierten sich ehrenamtlich für die Rettung des historischen Gebäudes.  

Bis heute ist der Burgstall ein bedeutender Erinnerungs- und Wallfahrtsort. Seit 1945 ziehen Gläubige regelmäßig in Prozessionen zur Kapelle, um an die Verschonung Kissings vor Kriegszerstörungen zu erinnern.