Das Kastell Pfünz war ein römisches Grenzkastell am Obergermanisch-Raetischen Limes und liegt heute im Ortsteil Pfünz der Gemeinde Walting im Landkreis Eichstätt. Es wurde um 90 n. Chr. errichtet und diente zunächst als Holz-Erde-Kastell. Im 2. Jahrhundert entstand an gleicher Stelle ein steinernes Kastell mit einer nahezu quadratischen Grundfläche von rund 1,8 Hektar. Hier war eine etwa 500 Mann starke Kohorte stationiert, die den Limes überwachte und die wichtige Altmühlfurt sowie die Verkehrswege der Region sicherte.
Zum Kastell gehörten ein Lagerdorf (Vicus), Thermen und weitere Wirtschaftsgebäude. Im Zuge der Alamanneneinfälle wurde die Anlage mehrfach beschädigt und schließlich um 260 n. Chr. mit dem Fall des Limes aufgegeben.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden umfangreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt. Heute sind Teile der Grundmauern rekonstruiert und für Besucher sichtbar. Das Kastell Pfünz gehört gemeinsam mit dem Obergermanisch-Raetischen Limes zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den bedeutendsten römischen Bodendenkmälern Bayerns.