| Regierungsbezirk | Schwaben |
|---|---|
| Landkreis | Kempten (Stadt) |
| Ort | 87437 Kempten |
| Straße | Cambodunumweg 3 |
| Wikipedia | Arch%C3%A4ologischer_Park_Cambodunum |
Beschreibung
Der Archäologischer Park Cambodunum in Kempten (Allgäu) zählt zu den bedeutendsten römischen Ausgrabungsstätten Deutschlands. Er befindet sich auf dem östlichen Hochufer der Iller und zeigt die Überreste der antiken Römerstadt Cambodunum, die vermutlich die erste Hauptstadt der römischen Provinz Rätien war. Der Park wurde 1983 eröffnet und macht die rund 2000 Jahre alte Geschichte der ältesten schriftlich erwähnten Stadt Deutschlands anschaulich erlebbar.
Die Erforschung des Gebietes begann bereits 1885 durch den Kemptener Kaufmann August Ulrich und den Allgäuer Alterthumsverein. Seitdem wurden zahlreiche Grabungen durchgeführt, die bedeutende Erkenntnisse über die römische Besiedlung des Allgäus lieferten. Heute gilt die Anlage als einer der größten vollständig erhaltenen archäologischen Grabplätze nördlich der Alpen.
Der Park gliedert sich in mehrere Bereiche. Besonders eindrucksvoll ist der gallo-römische Tempelbezirk mit rekonstruierten Tempeln und einer Doppelhalle. Dort zeigt sich das Nebeneinander römischer, keltischer und germanischer Glaubensvorstellungen. Außerdem können Besucher die kleinen Thermen besichtigen, die einen Einblick in die römische Badekultur geben. Das Forum mit Basilika, Verwaltungsgebäuden und Wirtschaftsbereichen verdeutlicht die politische und wirtschaftliche Bedeutung Cambodunums.
Der Archäologische Park ist heute ein modernes Freilichtmuseum mit Führungen, Ausstellungen, digitalen Angeboten und Veranstaltungen für Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte. Originalfunde, Rekonstruktionen und Mitmachangebote vermitteln anschaulich den Alltag der Römer in der Provinz Rätien. Damit verbindet der APC wissenschaftliche Forschung mit lebendiger Geschichtsvermittlung und ist zugleich ein bedeutendes Kultur- und Tourismusziel im Allgäu.