Zum Inhalt springen

Siebenschläferkirche (Rotthof) (Ruhstorf an der Rott)

RegierungsbezirkNiederbayern
LandkreisPassau
Ort Ruhstorf an der Rott
Wikipedia Siebenschläferkirche_(Rotthof)
Beschreibung

STEINDENKMÄLER AUS DER RÖMERZEIT

Aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert n. Chr. sind in der Siebenschläferkirche vier römische Inschriftensteine, zwei Reliefs von Grabsteinen und der Oberteil eines Altares erhalten geblieben. Diese waren zuvor in der näheren Umgebung in Grabbezirken bei Gutshöfen (villae rusticae) und in Heiligtümern aufgestellt.

Zum Bau der Kirche hat man sie im 15. Jahrhundert nach Rotthof gebracht.

Außenbereich

1. Weihaltar für Victoria Augusta
Den Unterteil des südöstlichen Pfeilers am Eingang bildet ein großer Weihaltar (152 × 80 × 66,5 cm). Die rechte Seite zeigt einen Palmzweig, die Vorderseite trägt eine Inschrift in einem kunstvollen Rahmen. Die linke Seite wurde vermutlich entfernt, da sie als zu heidnisch galt.

Inschrift:
Victoriae Aug(ustae) / L(ucius) Vedius Optatus / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

Übersetzung:
„Der Victoria Augusta: Lucius Vedius Optatus hat das Gelübde gern und nach Verdienst erfüllt.“

2. Grabstein der Flora vilica
Gegenüber befindet sich ein stark bearbeiteter Grabstein (139 × 73 × 62,5 cm).

Inhalt:
Flora, eine Gutsverwalterin, widmete ihn ihrem Ehemann Ursus, ihren Schwiegereltern und sich selbst.

3. Reliefs an der Südwand
Zwei Grabreliefs zeigen insgesamt sieben Personen. Ihre einfache Gestaltung erinnert symbolisch an die Legende der Siebenschläfer.

Innenbereich

4. Grabstein der Copponia Iucunda
Unter dem Kirchturm steht ein teilweise erhaltener Grabstein, heute als Weihwasserbecken genutzt. Dargestellt sind Copponia Iucunda, eine Sklavin (Donata) und vermutlich ihr Ehemann Attianus.

5. Grabstein des Lucius Veidius Aprilis
Dieser Stein nennt mehrere Familienmitglieder und wurde zu Lebzeiten errichtet. Die Namen deuten teilweise auf keltische Herkunft hin.

6. Fragment eines Altars oder Grabmals
Ein kleines Fragment mit Reliefs (Vogel und Efeublätter) wurde 2005 entdeckt.

Römer und Siebenschläfer in Rotthal

Die Siebenschläferkirche in Rotthof gehört zu den interessantesten Orten im unteren Rottal. Die sieben dargestellten Figuren wurden früher mit der Siebenschläfer-Legende in Verbindung gebracht, sind jedoch tatsächlich römische Grabreliefs.

Siebenschläfertag

Der 27. Juni ist mit Bauernregeln verbunden („Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen“). Diese beruhen teilweise auf echten Wetterbeobachtungen.

Die Legende erzählt von sieben christlichen Brüdern, die um 251 n. Chr. in einer Höhle eingemauert wurden und später wundersam wieder erwachten.