| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Freising |
| Ort | Freising |
| Straße | Münchner Straße |
| Wikipedia | Abensbergerdenkmal |
| Personen | Abensberg Niclas von |
| Inschrift |
Der Edle Maximilian IV. |
Beschreibung
Niclas von Abensberg war der letzte Vertreter des alten bayerischen Adelsgeschlechts der Abensberger. Er wurde 1441 geboren und galt als mutiger und kampferfahrener Ritter. Schon in jungen Jahren kam er an den Hof Herzog Ludwigs des Reichen von Bayern-Landshut und machte sich durch seine Fähigkeiten im Waffenhandwerk einen Namen. Er nahm an zahlreichen Turnieren und kriegerischen Auseinandersetzungen teil und zeichnete sich besonders in der Schlacht bei Giengen im Jahr 1462 aus. Zudem verwaltete er mehrere wichtige Orte, darunter Kelheim, Graisbach und Riedenburg.
Historisch ist Niclas von Abensberg jedoch nicht nur als Ritter bekannt. Im Jahr 1450 vertrieb er die jüdische Bevölkerung aus seinen Herrschaftsgebieten und ließ die Synagoge von Abensberg zerstören. Gleichzeitig stiftete er eine regelmäßige Almosenausgabe für Arme in seiner Heimatstadt, an die dort noch lange erinnert wurde. Aus dem Jahr 1461 ist außerdem ein Schmähbrief der Adligen Benigna von Tanndorf erhalten, die ihn des Diebstahls und weiterer Vergehen beschuldigte.
Während eines Machtkampfes innerhalb des Hauses Wittelsbach unterstützte Niclas Herzog Albrecht IV. von Bayern-München gegen dessen Bruder Christoph. 1485 geriet er bei Freising in einen Hinterhalt, wurde gefangen genommen und in der Gefangenschaft von einem Knappen ermordet. Da seine Ehe kinderlos blieb, starb mit ihm das Geschlecht der Grafen von Abensberg aus.
Zur Erinnerung an seinen Tod entstand 1487 südlich von Freising das Abensbergerdenkmal. Der Gedenkstein wurde an der Stelle errichtet, an der Niclas gefangen genommen worden war. Ursprünglich handelte es sich um ein spätmittelalterliches Denkmal mit dem Wappen der Abensberger und einer Inschrift zum Tod des Ritters. Im Jahr 1804 ließ Kurfürst Maximilian IV. Joseph das Denkmal erneuern und durch eine klassizistische Rotmarmorstele ersetzen. Später wurde der Stein wegen baulicher Veränderungen versetzt. Heute erinnert das Denkmal sowohl an das gewaltsame Ende des Ritters als auch an die wechselvolle Geschichte des bedeutenden Adelsgeschlechts der Abensberger.