| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Passau |
| Ort | 94152 Vornbach |
| Straße | Maria-am-Sand |
| Wikipedia | Kloster_Vornbach |
| Suchbegriffe | Kloster Vornbach |
Beschreibung
Das Kloster Vornbach ist ein ehemaliges Benediktinerkloster im heutigen Ortsteil Vornbach der Gemeinde Neuhaus am Inn im Landkreis Passau. Es zählt zu den ältesten Klostergründungen Niederbayerns und prägte über Jahrhunderte das religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Region. Seine Ursprünge reichen in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts zurück, als Gräfin Himiltrud von Vornbach an der Wallfahrtskirche „Maria am Sand“ ein Kollegiatstift errichten ließ. Im Jahr 1094 wandelten die Grafen von Formbach das Stift in ein Benediktinerkloster um. Erster Abt wurde Berengar, der das Kloster zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum entwickelte.
An der Stelle der ehemaligen Burg Vornbach entstand im 12. Jahrhundert eine spätromanische Basilika. Das Kloster beherbergte eine angesehene Schreibschule, in der kostbare Handschriften und liturgische Bücher entstanden. Im Laufe seiner Geschichte wurde die Anlage mehrfach von Hochwasser, Kriegen und Bränden beschädigt. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erhielt die Klosterkirche zwischen 1630 und 1637 ihre heutige barocke Gestalt. Die prächtige Innenausstattung entstand überwiegend in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zählt zu den bedeutenden barocken Kirchenräumen Niederbayerns.
Mit der Säkularisation von 1803 wurde das Benediktinerkloster aufgehoben. Die Klosterkirche blieb als Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt erhalten, während die ehemaligen Konventsgebäude im 19. Jahrhundert zum Schloss Vornbach umgestaltet wurden. Das Schloss befindet sich bis heute in Privatbesitz und ist nur eingeschränkt zugänglich. Gemeinsam mit der Pfarrkirche bildet die ehemalige Klosteranlage das markante Wahrzeichen Vornbachs und erinnert an die über 700-jährige Geschichte der Benediktinerabtei, deren kultureller und geistlicher Einfluss weit über das Inntal hinausreichte.