| Regierungsbezirk | Mittelfranken |
|---|---|
| Landkreis | Weißenburg-Gunzenhausen |
| Ort | 91781 Weißenburg in Bayern |
| Straße | Wülzburg 6 |
| Wikipedia | Erwin_Schulhoff |
| Suchbegriffe | Komponist |
| Personen | Schulhoff Erwin |
Beschreibung
Erwin Schulhoff (1894–1942) war ein deutschsprachiger Komponist und Pianist aus Prag, der zu den bedeutendsten Vertretern der musikalischen Moderne zählt. Bereits als Kind zeigte er außergewöhnliches musikalisches Talent und studierte auf Empfehlung Antonín Dvořáks an den Konservatorien in Prag, Wien, Leipzig und Köln. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte er einen eigenständigen Stil, der Elemente der Spätromantik, des Expressionismus, des Dadaismus, des Jazz und der Neuen Sachlichkeit miteinander verband. Damit gehörte er zu den ersten europäischen Komponisten, die Jazz in die klassische Musik integrierten.
Als überzeugter Antifaschist und Anhänger sozialistischer Ideen geriet Schulhoff nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunehmend in Gefahr. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner modernen Musik wurden seine Werke im Deutschen Reich verboten. 1941 erhielt er die sowjetische Staatsbürgerschaft und wollte in die Sowjetunion ausreisen, wurde jedoch nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR verhaftet. Die Gestapo deportierte ihn in das Internierungslager Wülzburg bei Weißenburg in Bayern. Dort starb Erwin Schulhoff am 18. August 1942 im Alter von 48 Jahren an den Folgen einer Tuberkulose.
Nach Jahrzehnten des Vergessens wurde sein Werk wiederentdeckt. Heute werden seine Sinfonien, Klavierwerke, Kammermusik und Opern weltweit aufgeführt. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, dessen Schaffen für künstlerische Freiheit, stilistische Vielfalt und den kulturellen Reichtum Mitteleuropas steht.