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BayernKultur

Burgruine Waldeck (Waldeck)

RegierungsbezirkOberpfalz
LandkreisTirschenreuth
Ort 95478 Waldeck
StraßeWehrgang
Wikipedia Burgruine_Waldeck_(Oberpfalz)
Beschreibung

Die Veste Waldeck um 1700

Die Herren der Burg

Der archivalische Quellenbestand über die Burg Waldeck bildet das zweifellos wichtigste Zeugnis von ihrer Existenz.

Diese amtlichen Urkunden umfassen einen Zeitraum von 670 Jahren, von der ersten Nennung bis zur Brandkatastrophe 1794. Allerdings erfahren wir mit dem Leuchtenberger, der sich 1124 Gebhardus de Waldege nannte, noch nichts über die Burg Waldeck, sondern nur, dass er sich gelegentlich hier aufhielt. Ob auch sein Schwiegervater Friedrich III. von Lengenfeld-Hopfenohe-Pettendorf sich hier aufhielt, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden.

Auch in den folgenden Jahrzehnten des 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts erfahren wir mehr über die Reisen und Aufenthalte dieser dem Hochadel angehörigen Herren von Waldeck-Leuchtenberg, als über Waldeck selbst.

Erst im 13. Jahrhundert beginnen die Quellen mehr über den Gerichtsort Waldeck und den Ausstellungsort für Urkunden Waldeck auszusagen. Es tauchen dort die Formulierungen „DATUM WALDECK“, „DATUM IN WALDECK“ oder „datum apud castrum waldeck“ auf.

Die mit Waldeck verbundenen königlichen Rechte wie Halsgericht, Vogtei, Wildbann, Geleite scheinen aus dem Erbe der salischen Könige und Kaiser zu stammen und über die mit dem Staufer Friedrich von Schwaben verheiratete Agnes von Waiblingen, Enkelin Kaiser Heinrich IV., an die Lengenfelder und Leuchtenberger gekommen zu sein.

Friedrich III. von Lengenfeld-Hopfenohe-Pettendorf war verheiratet mit Hadalwig, der Enkelin Kaiser Heinrich IV. Sie hatten keinen Sohn. Ein Umstand, der im Mittelalter als eine Strafe Gottes galt. Ihre Tochter Hailika von Lengenfeld +1170 heiratete Otto von Wittelsbach, Pfalzgraf in Bayern, +1183. Ihre Schwester Heilwig von Lengenfeld heiratete [Text am rechten Rand teilweise nicht lesbar] und nannte sich 1124 Gebhardus de Waldegge – erste urkundliche Erwähnung Waldecks.

Die folgenden Herren

Heilwig und Gebhard hatten drei Söhne: Friedrich I. von Waldeck, Gebhard II. Graf von Leuchtenberg und Waldeck und Marquard I. von Leuchtenberg und Waldeck. Alle drei standen in Diensten des Kaisers Friedrich Barbarossa und waren an den Italienfeldzügen Barbarossas beteiligt. Marquard fand beim vierten Feldzug 1168 den Tod und ist in Italien begraben.

Diepold I. Landgraf von Leuchtenberg und Waldeck, der Sohn Gebhard II., übernahm 1168 die Herrschaft von Leuchtenberg und Waldeck. Er begleitete Kaiser Friedrich Barbarossa auf seinem fünften Italienfeldzug. 1209 begleitete er König Otto auf seinem Feldzug nach Italien und starb dort. Seine beiden Söhne Gebhard III. und Diepold II. teilten das Erbe. Gebhard erhielt die Herrschaft Waldeck und Diepold die Herrschaft Leuchtenberg. Ein kleinerer Teil blieb gemeinsamer Besitz.

Gebhard III. von Waldeck heiratete Elisabeth, Burggräfin von Nürnberg. Sie hatten zwei Söhne Friedrich II. von Waldeck und Gebhard IV. von Waldeck. Friedrich II. erbte die Herrschaft Waldeck und Gebhard IV. erbte die Herrschaft Leuchtenberg, weil Diepold der II. 1259 kinderlos starb. Im Benediktinerkloster Ensdorf befindet sich die Grablege der Herren der Herrschaft Waldeck. Dieses Kloster geht auf eine Initiative Friedrich III., dem Schwiegervater Gebhard II., zurück.

Das Schicksal der Burg Waldeck

Mit dem Tod Friedrichs II. von Waldeck 1284 endete die Herrschaft der leuchtenbergischen Linie auf Waldeck. Vor seinem Tod hatte er fast alle seine Besitzungen an Herzog Ludwig von Bayern und Burggraf Friedrich von Nürnberg veräußert. Von jetzt an war die Burg Waldeck der nördlichste Eckpfeiler des Herzogtums Bayern und dadurch Gegenstand vieler Auseinandersetzungen.

1419 bis 1436 mussten sich die Burg und die tapferen Bürger des darunter liegenden Marktes mehreren Anstürmen hussitischer Horden erwehren. 1614 verschleppte eine Truppe Bayreuther, während die Waldecker auf ihren Feldern waren, ihren Landrichter und Obristen Rudolf Umseher und brachten ihn nach Neustadt am Rauhen Kulm. Als die Waldecker diese Übeltat bemerkten, zogen sie umgehend nach Neustadt und befreiten ihren Landrichter in der folgenden Nacht und brachten ihn unversehrt nach Waldeck zurück. Für diese mutige Tat erwirkte der Landrichter, bei einer Reise an den Hof zu München, viele Freiheiten für die Bürger von Waldeck.

Auch nach sechsmonatiger Belagerung konnte der schwedische General Banner 1644 die Burg nicht bezwingen. Im Jahr 1648 wurde die Burg an den schwedischen General Königsmarck durch Landrichter Nikolaus du Quesnoy übergeben, welche diese im Jahr 1651 wieder an die Bayern zurückgaben.

1704 kapitulierte Kommandant Obrist Leffelholz nach sechswöchiger Belagerung der Burg durch die fränkischen Kreistruppen. 1705 begann die Demolierung und damit das Ende und der Untergang der ehemals so stolzen Veste Waldeck.

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