Der Rauhe Kulm ist ein markanter, 681 Meter hoher Basaltberg bei Neustadt am Kulm in der Oberpfalz. Er liegt etwa fünf Kilometer südlich von Kemnath und prägt weithin sichtbar die Landschaft zwischen Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge. Geologisch handelt es sich um einen ehemaligen Vulkan, der jedoch nie ausbrach. Das vor rund 21 Millionen Jahren aufgestiegene Magma erstarrte bereits im Erdinneren. Erst durch die Erosion der umgebenden Gesteinsschichten wurde der harte Basalt freigelegt und bildete den heutigen Berg.
Der Rauhe Kulm besitzt auch eine bedeutende Siedlungsgeschichte. Archäologische Untersuchungen belegen eine Besiedlung bereits während der Keltenzeit. Später entstanden Befestigungsanlagen, die im frühen Mittelalter ausgebaut wurden. Im 8. Jahrhundert entwickelte sich eine größere Burganlage, die vermutlich während der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert weiter verstärkt wurde. Im Mittelalter stand hier eine Höhenburg, die im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört wurde.
Seit 1949 steht der Rauhe Kulm als Naturdenkmal unter Schutz. Der Berg ist zudem als wertvolles Geotop ausgewiesen. Seine besondere Flora und Fauna profitiert vom ungewöhnlichen Mikroklima der Basaltblockhalden. Auf dem Gipfel steht heute ein 25 Meter hoher Aussichtsturm, der 1988 eingeweiht wurde. Von dort reicht der Blick weit über die Oberpfalz, das Fichtelgebirge und die Fränkische Alb.