| Regierungsbezirk | Oberpfalz |
|---|---|
| Landkreis | Neustadt an der Waldnaab |
| Ort | 92711 Hammerles |
| Straße | Basaltstraße |
Beschreibung
Die Bergkirche St. Maria zu den Vierzehn Nothelfern steht auf dem markanten Basaltkegel des Hohen Parksteins in Parkstein, Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die katholische Kirche gehört zum Bistum Regensburg und ist als Baudenkmal geschützt. Sie verbindet die religiöse Bedeutung des Ortes mit der besonderen Landschaft des Parksteins.
Die heutige Kirche wurde 1852 errichtet. Es handelt sich um einen schlichten Saalbau mit einem Langhaus und einem halbrund geschlossenen östlichen Abschluss. Charakteristisch ist der westliche Fassadengiebel mit seinem zinnenartigen Fries. Darüber erhebt sich ein quadratischer Dachreiter mit zwei Glocken, der von einem Faltdach abgeschlossen wird.
Im Mittelpunkt der Ausstattung steht der neuromanische Hochaltar. Sein Altarbild zeigt Maria im Kreis der Vierzehn Nothelfer. Diese Heiligengruppe, die besonders im süddeutschen Raum verehrt wird, umfasst vierzehn Heilige, die als Schutzpatrone in unterschiedlichen Notsituationen angerufen werden. Die Verehrung der Vierzehn Nothelfer entwickelte sich im Spätmittelalter insbesondere in den Bistümern Regensburg, Bamberg und Würzburg.
Die Bergkirche ist damit nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch Bestandteil der kulturgeschichtlich bedeutenden Parksteiner Berglandschaft.
Geschichte der Bergkirche
Im Jahre 1642 stahl ein Dieb aus der Parksteiner Pfarrkirche St. Pankratius den wertvollen Kelch mit den heiligen Hostien. Letztere warf er in einen Brunnen zwischen den Häusern des Marktes. Da sich die Hostien wunderbarerweise nicht auflösten, hielten die Einwohner daraufhin das Wasser des Brunnens für geheiligt und errichteten darüber eine Kapelle.
Für diese sogenannte „Fronleichnams“- oder „Kapelle zum heiligen Brunnen“, stiftete der Landrichter Freiherr von Weveld, das Altarbild der 14 Nothelfer.
Beim Großfeuer am 8. Juni 1835 brannte der größte Teil des Marktes ab und auch die Kapelle wurde ein Opfer der Flammen. An ihrer Stelle wurde auf Anordnung des Landrichters Karl Reisner, Freiherr von Lichtenstern eine Häuserzeile errichtet.
Nachdem die Burg bereits 1759 abgebrochen worden war, wurde für das gerettete Altarbild und die Muttergottesstatue diese Bergkirche errichtet.
Unter großer Mithilfe der Bevölkerung Parksteins und der umliegenden Ortschaften Buch, Meerbodenreuth, Schwarzenbach, Hammerles, Kotzau, Niederdorf, Schwand, Altenparkstein, Hagen, Glasern und Süßenlohe konnte die Kirche 1852 fertiggestellt und eingeweiht werden.
Muttergottesstatue und Altarbild
Die Muttergottesstatue (rechts), eine Nachbildung des Gnadenbildes von Einsiedeln, wurde am 11. April 1671 in einem Weiher bei Kotzau gefunden und 164 Jahre lang in der Fronleichnamskapelle verehrt.
Die Statue links stellt den heiligen Josef dar.
Im Altarbild findet sich im Dreieck Gott Vater mit Weltkugel, der schwebenden Taube des Heiligen Geistes und des Jesuskindes auf den Schultern des Christophorus, Maria, die Gottesmutter.
Die 14 Nothelfer
Die „Zuständigkeitsbereiche“ der Nothelfer finden sich in einem alten Vers:
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Heiliger |
Nr. |
Zuständigkeitsbereich |
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Blasius |
10 |
bringt wegen Halsweh Fürbitten dar |
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Georgius |
2 |
ist anzurufen in Kriegsgefahr |
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Erasmus |
12 |
für Darm und Leibesschmerzen |
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Vitus |
5 |
ein großer Freund der Kinderherzen |
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Pantaleon |
11 |
Patron der Ärzte, bei Gott mächtig |
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Christoph |
1 |
für Hagel und Wetter beschützt er kräftig |
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Dionysius |
9 |
im Hauptweh wird gerufen an |
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Cyriacus |
13 |
von Teufeln Besessenen helfen kann |
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Achatius |
13 |
dem christlichen Kriegsvolk hilft er behänd |
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Eustachius |
14 |
Betrübnis in der Ehe abwendt |
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Katharina |
8 |
wenn Weisheit im Studieren mangelt |
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Barbara |
7 |
im Tod die Sakrament erlangt |
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Margaretha |
6 |
wo Teufelslist ein Zugang findet |
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Aegidius |
3 |
hilft zur Erkenntnis heimlicher Sünd |
Hinweis: Auf unserem Altarbild wurde jedoch Cyriacus durch den Pfarrpatron St. Pankratius ersetzt (Nr. 4).