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BayernKultur

Anlegefähre der Isar-Fähre (Ismaning)

RegierungsbezirkOberbayern
LandkreisMünchen
Ort 85737 Ismaning
StraßeAn der Fähre 3
SuchbegriffeFähre, Isarfähre
Beschreibung

Anlegestelle der Isar-Fähre

Hier pendelte von 1877 bis 1960 eine Personenfähre über die Isar.

Die Isarfähre war eine Seilfähre und bot Platz für maximal 16 Personen. Bei normalem Wasserstand wurde der Kahn durch die Strömung an das andere Ufer getrieben, bei Niedrigwasser schob man ihn mit einem langen Stecken. Ab 1950 wurde die Fähre mit einer Fernsteuerung betrieben.

Über die Isar

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es keine feste Brücke über die Isar. Zur Zeit der Freisinger Fürstbischöfe bestand keine Notwendigkeit, ins „Ausland“, also ins Herzogtum Bayern überzusetzen. Auch war die Isar vor ihrer Regulierung an vielen Stellen so seicht, dass man meist zu Fuß hindurch waten konnte – oder sich von Fischerknechten gegen ein Trinkgeld über den Fluss tragen ließ.

Über den Fluss

Zusätzlich errichtete man Stege über die Quellbäche und zu den Kiesbänken. Zwischen 1689 und 1695 gab es sogar eine stabile Brücke über die gesamte Breite der Isar. Sie diente dem Transport der Ziegel zum Bau des Schleißheimer Schlosses und durfte nur von den fürstlichen Transportwägen benutzt werden. Ansonsten blieb sie versperrt, wie auch weitere temporäre Brücken, die meist militärischen Zwecken dienten.

Fährbetrieb

Nachdem die Regulierung der Isar zu einem Anstieg des Wasserpegels geführt hatte, waren die alten Furten unpassierbar geworden. Ab 1877 wurde deshalb ein Fährbetrieb zwischen Ismaning und Garching eingerichtet.

Ab 1886

Ab 1886 querte die Fähre sogar nach einem festen Fahrplan die Isar. 1920 übernahm die Familie Huber den Fährdienst und errichtete auf der Ismaninger Seite am Anleger ein kleines Wohnhaus mit Kiosk. Nun konnte man die Fähre jederzeit mit einer Glocke anfordern.

Kein Freizeitvergnügen

Für die meisten Passagiere war die Überfahrt eine Notwendigkeit: Die Ismaninger Ärzte und Hebamme waren auch für Garching zuständig und so auf die kürzeste Verbindung durch die Fähre angewiesen. Garchinger wiederum nutzten sie auch, um zur Ismaninger Bahnstation zu kommen.

In der Nachkriegszeit transportierte die Fähre bis zu 18.000 Fahrgäste jährlich.

1959, mit dem Bau der Bundesstraße 471 und der Brücke zwischen Ismaning und Garching, wurde die Fähre überflüssig. Im Mai 1960 stellte Josef Huber den Betrieb ein.

Quellen

Therese Risinger: Ismaning, Geschichte eines Dorfes, S. 364–367; Der Mallertshofer, Nr. 6, 7 und 9/1984, Gemeindearchiv Ismaning.

Bildquelle: © Schlossmuseum