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KZ-Friedhof - Kaufering I (Landsberg am Lech)

RegierungsbezirkOberbayern
LandkreisLandsberg am Lech
Ort Landsberg am Lech
Wikipedia KZ-Außenlager_Kaufering_I_–_Landsberg
Suchbegriffe KZ-Friedhof
Beschreibung

Das KZ-Außenlager Kaufering I – Landsberg war eines der elf Lager des Kauferinger Lagerkomplexes und gehörte zum Konzentrationslager Dachau. Es befand sich im heutigen Stadtgebiet von Landsberg am Lech und übernahm ab September 1944 die Funktion des Hauptlagers mit SS-Kommandantur innerhalb des gesamten Komplexes. 

Das Lager entstand im Zusammenhang mit der Verlagerung der deutschen Rüstungsindustrie in unterirdische Anlagen. Nach den schweren Luftangriffen der Alliierten sollten im Rahmen des Projekts „Ringeltaube“ große Bunker zur Produktion des Düsenjägers Messerschmitt Me 262 gebaut werden. Für diese Arbeiten wurden tausende KZ-Häftlinge eingesetzt, überwiegend jüdische Männer, die aus Konzentrationslagern wie Auschwitz deportiert worden waren. 

Die Häftlinge mussten unter extremen Bedingungen Schwerstarbeit leisten. Sie waren unzureichend ernährt, lebten in primitiven Unterkünften und waren der sogenannten „Vernichtung durch Arbeit“ ausgesetzt. Im Lager waren zeitweise etwa 3000 bis 5000 Gefangene interniert. 

Der gesamte Lagerkomplex Kaufering war einer der größten Außenlagerverbünde des KZ Dachau. Innerhalb weniger Monate kamen tausende Menschen durch Hunger, Krankheiten, Erschöpfung und Misshandlungen ums Leben. 

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Lager im Zuge der Evakuierungen aufgelöst. Viele Häftlinge wurden auf Todesmärsche geschickt oder in andere Lager deportiert.

Heute erinnert der ehemalige Lagerstandort als Teil der regionalen Gedenkkultur an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Verbrechen des Systems der Zwangsarbeit.

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