| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Garmisch-Partenkirchen |
| Ort | 82487 Oberammergau |
| Straße | Othmar-Weis-Straße 1 |
| Wikipedia | Oberammergauer_Passionsspiele |
| Suchbegriffe | Passionsspielhaus, Oberammergau |
Beschreibung
Die Oberammergauer Passionsspiele gehören zu den bekanntesten religiösen Theateraufführungen der Welt und finden im oberbayerischen Ort Oberammergau statt. Ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 1633 zurück, als die Bewohner während einer Pestepidemie gelobten, regelmäßig das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi aufzuführen, sofern das Dorf von weiteren Todesfällen verschont bliebe. Nachdem die Pest endete, hielten die Einwohner ihr Versprechen und führten 1634 erstmals die Passion auf.
Seitdem werden die Passionsspiele traditionell alle zehn Jahre veranstaltet. Mitwirken dürfen überwiegend nur Einwohner Oberammergaus, wodurch nahezu das ganze Dorf beteiligt ist – als Schauspieler, Musiker, Sänger oder Helfer hinter den Kulissen. Die Aufführungen finden im großen Passionstheater statt, das heute fast 5000 Zuschauern Platz bietet.
Inhaltlich zeigen die Spiele die letzten Tage Jesu – vom Einzug in Jerusalem bis zur Kreuzigung und Auferstehung. Die Inszenierungen wurden im Laufe der Zeit mehrfach modernisiert. Besonders der Regisseur Christian Stückl prägte seit den 1980er Jahren eine zeitgemäße und kritischere Darstellung. Unter seiner Leitung wurden antisemitische Darstellungen überarbeitet und neue künstlerische Elemente eingeführt.
Die Passionsspiele ziehen Hunderttausende Besucher aus aller Welt an und sind ein bedeutender kultureller und wirtschaftlicher Faktor für die Region. Die wegen der COVID-19-Pandemie verschobenen Spiele fanden zuletzt 2022 statt; die nächsten Aufführungen sind für 2030 geplant.