| Regierungsbezirk | Oberfranken |
|---|---|
| Landkreis | Coburg (Stadt) |
| Ort | Coburg |
| Wikipedia | Schloss_Ketschendorf |
| Suchbegriffe | Schloss Ketschendorf |
Beschreibung
Schloss Ketschendorf ist ein bedeutendes neugotisches Schloss im Coburger Stadtteil Ketschendorf am Fuße des Buchbergs. Die Geschichte des Ortes reicht rund 900 Jahre zurück. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Herzogin Auguste von Sachsen-Coburg-Saalfeld dort ein Sommerschloss im Empire-Stil errichten, das später Witwensitz wurde und zahlreiche europäische Adelige beherbergte.
1868 kaufte die berühmte Opernsängerin Rosine Stoltz, später Baronin von Ketschendorf, das Anwesen. Sie ließ durch den Coburger Architekten Georg Konrad Rothbart ein völlig neues Schloss im Stil der Neugotik errichten. Das Gebäude mit seinen vier zinnengekrönten Ecktürmen gilt bis heute als Musterbeispiel historistischer Burgenarchitektur im Coburger Land. Im Inneren beeindrucken das repräsentative Treppenhaus, kunstvolle Stuckdecken und ein prächtiges Musikzimmer.
Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer. Während der NS-Zeit wurde die jüdische Familie von Mayer enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss unter anderem als Lazarett, Tbc-Station und später jahrzehntelang als Jugendherberge. Seit 2012 gehört das Anwesen dem Unternehmen Kaeser Kompressoren, das es zu einem modernen Schulungs- und Seminarzentrum umbaute. Der weitläufige Schlosspark mit Teich und historischer Karlsquelle ist heute öffentlich zugänglich.