| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Mühldorf am Inn |
| Ort | Ampfing |
| Suchbegriffe | Windrad, Erdölpumpe |
Beschreibung
Industriedenkmal Ampfing
Windrad
Trinkwasser durch Wind
Viele Jahrzehnte prägten die Windbrunnen (Windräder im Einsatz als Brunnenpumpen) das Bild der Landschaft um Ampfing.
Der Zeitzeuge Rudolf Huber erzählt:
„Windbrunnen standen, soweit ich mich erinnern kann, in Dirlafing, Furth, Haid, Lain, Reit, Schicking, Waldsberg, Wimpasing, Windstoß und im Ort beim Manghofer Brunnenmacher und beim Zitzmer in der Hofgasse. Erhalten ist davon nur mehr der Windbrunnen in Waldsberg. Im Außenbereich pumpten die Windbrunnen das Wasser aus einer Tiefe von 25 bis 30 Meter hoch.“
Das beim Industriedenkmal im Jahr 1999 aufgestellte Windrad wurde von der ortsansässigen Fa. Wackerbauer aus korrosionsbeständigen Materialien dem Windbrunnen nachgebaut, der von 1930 bis 1989 im Gemeindeteil Windstoß stand.
Das Original konnte bis auf wenige Teile nicht mehr gerettet werden; zu groß waren die Schäden, die die Zeit ihm zugefügt hatte.
Pumpenbock
Energie durch Erdöl
1953 begannen in Ampfing nach gründlichen seismischen Untersuchungen umfangreiche Bohrtätigkeiten. Der ölhaltige und förderbare Sandstein in 1900 m Tiefe bekam den Namen „Ampfinger Sandstein“. Die Deutsche Vakuum Oil AG übernahm die Förderung und ließ sich in Ampfing nieder, um von da aus die oberbayerische Erdöl- und Erdgasexploration und den Vertrieb zu leiten. Insgesamt wurden fast 14 Milliarden Kubikmeter Gas und 3,6 Millionen Tonnen Öl in den oberbayerischen Feldern gefördert (davon fielen 1,4 Milliarden m³ und 551.000 t Erdöl auf die Lagerstätte Ampfing).
Nach 40 Jahren waren die Lagerstätten erschöpft, und die Firma entschloß sich dazu, die Bohrungen zu verfüllen und zu rekultivieren. 1998 schloß die Mobil Erdöl-Erdgas GmbH die Ampfinger Niederlassung und spendete der Gemeinde
Ampfing zum Dank für die langjährige gute Zusammenarbeit den aufgestellten Pumpenbock.