| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Garmisch-Partenkirchen |
| Ort | Füssen |
| Suchbegriffe | Lechfall |
Beschreibung
Der Lechfall ist ein bekanntes Natur- und Baudenkmal am südlichen Stadtrand von Füssen im ostallgäuerischen Landkreis Ostallgäu. Es handelt sich dabei um ein künstlich angelegtes, knapp acht Meter hohes Stauwehr, über das der Fluss Lech in seiner gesamten Breite stürzt. Das Wehr markiert den Übergang des Flusses beim Verlassen der Nördlichen Kalkalpen in eine kurze, tief eingeschnittene Felsenschlucht, die sogenannte Lechklamm. Die Anlage wurde ursprünglich im späten 18. Jahrhundert errichtet, um die Wasserkraft des Flusses für die örtliche Mühlen- und Textilindustrie zu nutzen und gleichzeitig den Hochwasserschutz der Stadt Füssen zu verbessern.
Geologisch betrachtet ist die darunterliegende Lechklamm die einzige im gesamten bayerischen Alpenraum, durch die ein alpiner Wildfluss noch heute ungehindert fließen kann. Die Schlucht wurde über Jahrtausende hinweg durch die Schmelzwasserströme des eiszeitlichen Lechgletschers in den harten Kalkfels gegraben. Aufgrund dieser hohen geowissenschaftlichen Bedeutung ist der Lechfall vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als eines der schönsten Geotope Bayerns sowie als geschütztes Naturdenkmal eingestuft.
Für Besucher und Touristen ist der Lechfall ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Direkt über dem tosmarschen Wasserfall spannt sich der König-Max-Steg, der im Jahr 1895 erbaut wurde und einen spektakulären Blick von oben auf die Wassermassen und in die tiefe Schlucht ermöglicht. Nahe dem Steg befindet sich in einer Felsennische zudem eine Büste des bayerischen Königs Maximilian II. Mit dem Ort verbindet sich auch eine bekannte regionale Sage, nach welcher der heilige Magnus, der Apostel des Allgäus, auf der Flucht vor seinen Verfolgern mit einem gewaltigen Sprung die Schlucht an dieser Stelle überquert haben soll.