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Ofnethöhlen (Holheim)

RegierungsbezirkSchwaben
LandkreisDonau-Ries
Ort Holheim
Wikipedia Ofnethöhlen
Beschreibung

Ofnethöhlen sind bedeutende Karsthöhlen am Rand des Nördlinger Rieses im Landkreis Donau-Ries. Sie liegen auf dem Höhenrücken des Riegelbergs, auch „Himmelreich“ genannt, nahe dem Ortsteil Holheim. Die Höhlen gehören zu den wichtigsten archäologischen Fundstätten Süddeutschlands und waren vom Mittelpaläolithikum bis in die Mittelsteinzeit von Menschen bewohnt.

Die Anlage besteht aus der Großen und der Kleinen Ofnet. Die Große Ofnet ist etwa 55 Meter lang und besitzt eine große Eingangshalle, während die Kleine Ofnet deutlich kleiner ist. Beide Höhlen sind frei zugänglich und Teil eines Naturschutzgebietes.

Besonders berühmt wurden die Ofnethöhlen durch archäologische Ausgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Forscher Robert Rudolf Schmidt entdeckte dort 1908 zwei sogenannte Schädelnester mit insgesamt 33 menschlichen Schädeln. Die meisten stammten von Frauen und Kindern. Die Schädel waren sorgfältig nach Westen ausgerichtet und mit rotem Ocker eingefärbt. Zudem fanden sich zahlreiche Schmuckbeigaben aus Hirschzähnen und Schneckengehäusen.

Neuere Untersuchungen datieren die Funde auf etwa 7700 v. Chr. aus der Mittelsteinzeit. Bis heute ist unklar, ob die Menschen Opfer eines Massakers, einer rituellen Handlung oder eines Schädelkultes wurden. Die außergewöhnlichen Funde gelten als bedeutender Hinweis auf religiöse Vorstellungen und Bestattungsrituale früher Menschen. Heute werden die Funde im Stadtmuseum Nördlingen und in der Archäologischen Staatssammlung München ausgestellt.