| Regierungsbezirk | Schwaben |
|---|---|
| Landkreis | Donau-Ries |
| Ort | Wallerstein |
| Standort | Jüdischer Friedhof |
| Straße | Zum Judenfriedhof |
| Suchbegriffe | KZ-Grabstätte |
Beschreibung
Der jüdische Friedhof von Wallerstein
Der jüdische Friedhof von Wallerstein ist der größte und älteste im Ries. Er wurde als zentraler Friedhof von den meisten jüdischen Gemeinden des Umlandes genutzt, so etwa von Ederheim, Kleinerdlingen, Hainsfarth, Steinhart, Oberdorf und Oettingen.
Der Friedhof wurde um 1510 angelegt. Von den ursprünglich etwa 1.000 Grabsteinen sind heute noch etwa 330 erhalten. Der älteste Grabstein datiert um das Jahr 1600. 1945 wurde als letzte Bestattung ein KZ-Häftling begraben.
1926 und mehrfach während der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. Nach Kriegsende wurden die Grabsteine wieder aufgerichtet, viele nicht mehr am ursprünglichen Standort.
Die fünf großen Grabsteine für Rabbiner weisen auf die einstige Bedeutung Wallersteins als Rabbinatssitz hin. Das auffallendste Grabmal wurde für Michael Riess (1815–1873) gesetzt. Er war nach seiner Auswanderung in die USA zu Vermögen gekommen, das er zu großen Teilen für wohltätige Zwecke stiftete. 1873 starb er während eines Heimaturlaubs in Wallerstein.
Im Gegensatz zu den meisten anderen jüdischen Friedhöfen ist dieser nicht mit einer Mauer, sondern von Hecken umgeben. Ebenfalls abweichend vom Brauch sind die Gräber hier nicht nach Osten, sondern nach Westen ausgerichtet.
Nach jüdischer Tradition werden die Gräber nicht mit Blumen geschmückt. Die Einzelgräber sind in der Reihenfolge des Todesdatums angelegt. Familiengräber bilden die Ausnahme.
Wallerstein, 2010
Quelle: Infotafel vor Ort