| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Passau (Stadt) |
| Ort | 94032 Passau |
| Straße | Innpromenade |
| Internet | https://www.uni-passau.de/denkmaldigital/karte-der-denkmaeler/passau-denkmal-tragik |
| Suchbegriffe | Nationalsozialismus |
| Personen | Meerbaum-Eisinger Selma |
| Inschrift | Tragik
Selma Meerbaum-Eisinger starb mit 18 Jahren im KZ. |
Beschreibung
Die Tafel erinnert an die jüdische Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger (1924–1942). Das eingravierte Gedicht trägt den Titel „Tragik“ und endet mit dem Datum 23. Dezember 1941. Der darunter zitierte Satz „Ich habe keine Zeit gehabt, zu Ende zu schreiben.“ verweist auf ihr Schicksal: Sie wurde 1942 deportiert und starb im Zwangsarbeitslager Michailowka in Transnistrien im Alter von nur 18 Jahren. Ihre Gedichte blieben erhalten und zählen heute zu den bewegendsten literarischen Zeugnissen einer jungen jüdischen Autorin während der Zeit des Nationalsozialismus.
Das Mahnmal „Tragik“ von Hans-Jürgen Breuste auf dem Campus der Universität Passau erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus. Die 1989 im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs enthüllte Arbeit steht am Westausgang des Informatikgebäudes.
Material und Gestaltung Die Skulptur ist eine Assemblage aus Alteisen und geschmiedetem Stahl. Sie besteht aus einer massiven Säule, einem Gerüst und zwei großen Haken. Der ursprünglich glatte Stahl entwickelte durch Witterung eine rostbraune Patina. Breuste inszeniert hier bewusst den Kontrast zwischen schwerem, widerstandsfähigem Material und einer offenen, fragilen Konstruktion, um Stabilität und Zerbrechlichkeit gleichzeitig spürbar zu machen.
Historischer Bezug Auf Vorschlag des Künstlers ist neben der Plastik eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Sie trägt das Gedicht „Tragik“ von Selma Meerbaum-Eisinger. Die jüdische Lyrikerin starb 1942 mit nur 18 Jahren in einem Zwangsarbeitslager. Ihre Zeilen verleihen dem Denkmal eine tiefgreifende emotionale Dimension.
Künstlerische Aussage Typisch für Breustes Schaffen verarbeitet das Werk ausrangierte Materialien, um sich mit Krieg, Diktatur und Gewalt auseinanderzusetzen. „Tragik“ schafft so einen kraftvollen Ort des Erinnerns, der Betrachter zur Reflexion über Vergänglichkeit und menschliche Verletzlichkeit auffordert.