| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Passau (Stadt) |
| Ort | 94032 Passau |
| Straße | Domplatz 6 |
| Wikipedia | Passauer_Vertrag |
| Suchbegriffe | Passauer Vertrag |
| Inschrift | Diese Inschrift
Diesem wichtigen und würdigen
|
Beschreibung
Der Passauer Vertrag wurde am 2. August 1552 in Passau zwischen König Ferdinand I., dem Bruder Kaiser Karls V., und den protestantischen Reichsfürsten unter Führung von Kurfürst Moritz von Sachsen geschlossen. Vorausgegangen war der Fürstenaufstand gegen Kaiser Karl V., dessen Versuch, die religiösen Gegensätze im Heiligen Römischen Reich gewaltsam zu lösen, auf erheblichen Widerstand gestoßen war.
Der Vertrag beendete zunächst die militärischen Auseinandersetzungen und stellte einen wichtigen Schritt zur Befriedung des Reiches dar. Kern der Vereinbarung war die Freilassung des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen sowie die Zusicherung, die Protestanten bis zu einem Reichstag nicht mehr wegen ihres Glaubens zu verfolgen. Gleichzeitig wurde eine dauerhafte Regelung der Religionsfrage in Aussicht gestellt.
Obwohl der Passauer Vertrag noch keine endgültige rechtliche Gleichstellung der Konfessionen brachte, leitete er einen entscheidenden Wandel in der Religionspolitik des Reiches ein. Er erkannte faktisch an, dass eine gewaltsame Durchsetzung des katholischen Glaubens nicht mehr möglich war, und schuf die Grundlage für den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Dieser gewährte den lutherischen Reichsständen das Recht, ihre Konfession frei zu wählen.
Der in Passau geschlossene Vertrag gilt daher als bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu mehr religiöser Toleranz und als wichtiger Beitrag zur politischen Stabilisierung des Heiligen Römischen Reiches im 16. Jahrhundert.