| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Rosenheim |
| Ort | Herrenchiemsee |
| Wikipedia | Kloster_Herrenchiemsee |
| Suchbegriffe | Augustiner-Chorherren, Herrenchiemsee |
Beschreibung
Das Kloster Herrenchiemsee befindet sich auf der Herreninsel im Chiemsee in Bayern und zählt zu den ältesten Klosteranlagen Deutschlands. Nach neueren archäologischen Erkenntnissen wurde es bereits zwischen 620 und 629 gegründet, vermutlich durch den Missionar Eustasius von Luxeuil. Damit ist es wahrscheinlich älter als das berühmte Kloster St. Peter in Salzburg. Ursprünglich war Herrenchiemsee ein Benediktinerkloster, später wurde es zu einem Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt.
Im Mittelalter entwickelte sich das Kloster zu einem bedeutenden religiösen Zentrum im Chiemgau. Die Klosterkirche diente von 1216 bis 1807 als Kathedrale des Bistums Chiemsee und wurde deshalb auch „Inseldom“ genannt. Die Augustiner-Chorherren bildeten gleichzeitig das Domkapitel des Bistums. Besonders bekannt war die große romanische Basilika, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde.
Die heutige Klosteranlage entstand überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert im Barockstil. Nach der Säkularisation in Bayern wurde das Kloster 1803 aufgelöst. Teile der Kirche wurden später abgebrochen oder zu einer Brauerei umgebaut. König Ludwig II. kaufte 1873 die Herreninsel und nutzte die ehemaligen Klostergebäude als „Altes Schloss Herrenchiemsee“, während er daneben das berühmte Neue Schloss Herrenchiemsee errichten ließ.
Heute ist das ehemalige Kloster ein bedeutendes Kulturdenkmal und Museum. Besucher können historische Räume wie den Kaisersaal, den Bibliothekssaal und Teile des ehemaligen Inseldoms besichtigen. Zudem spielte Herrenchiemsee 1948 eine wichtige Rolle bei den Vorarbeiten zum deutschen Grundgesetz.