| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Rosenheim |
| Ort | Paterzell |
| Wikipedia | Paterzeller_Eibenwald |
| Suchbegriffe | Eibe, Eibenwald |
Beschreibung
Der Paterzeller Eibenwald bei Wessobrunn im oberbayerischen Pfaffenwinkel zählt zu den bedeutendsten Eibenbeständen Deutschlands. In dem rund 88 Hektar großen Naturschutzgebiet wachsen etwa 2300 Europäische Eiben, von denen manche mehrere hundert Jahre alt sind. Die besonderen geologischen Bedingungen mit kalkhaltigem Untergrund und flachgründigen Böden begünstigten das Wachstum der Eiben und verhinderten die starke Ausbreitung anderer Baumarten wie der Buche. Dadurch konnte sich dieser außergewöhnliche Bestand über Jahrhunderte erhalten.
Der Wald gehörte bis zur Säkularisation 1803 dem Kloster Wessobrunn. Da die Eibe für Vieh giftig ist und der sumpfige Boden wenig als Weide genutzt wurde, blieb der Bestand weitgehend verschont. Das wertvolle Eibenholz wurde dennoch genutzt. Besonders bekannt ist die kunstvolle Eibenholzdecke des ehemaligen Theatersaals des Klosters Wessobrunn. Sie wurde 1810 in den Gasthof „Zur Post“ in Wessobrunn übertragen. Die Deckenmalereien mit mythologischen Darstellungen werden dem Klostermaler Pater Josef Zäch zugeschrieben.
Die Besonderheit des Eibenwaldes erkannte 1907 der Weilheimer Arzt Friedrich Kollmann. Durch sein Engagement und die Unterstützung von Königin Marie Therese von Bayern wurde der Wald 1913 als staatliches Naturdenkmal geschützt. Seit 1939 steht das Gebiet unter Naturschutz. Heute informiert ein Eibenlehrpfad Besucher über Natur, Geschichte und die seltenen Eibenbestände.