| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Weilheim-Schongau |
| Ort | Wessobrunn |
| Wikipedia | Wessobrunner_Gebet |
| Suchbegriffe | Wessobrunner Gebet |
Beschreibung
Linker Stein (Althochdeutscher Text)
De poeta
Dat gafregin ih mit firahim
firiuuizzo meista, dat ero ni
uuas noh ufhimil, noh paum,
noh pereg ni uuas, ni nohheinig,
noh sunna ni scein, noh mano
liuhta, noh der mareo seo.
Do dar ni uuas noh endi noh
uuanti, do uuas der eino
almahtico cot manno miltisto,
enti dar uuarun auh manige
cootliche geista. Cot heilac.
Cot almahtic, du himil enti
erda gauuorhtot, enti du
mannun so manac coot
forgapi, forgip mir in dinan
ganada rehta galaupa
enti cotan uuilleon, spahida enti
craft, tiuflun za uuidarstantanne
enti arc za piuuannenne.
Leon XX durch anne
Rechter Stein (Neuhochdeutsche Übertragung)
Wessobrunner Gebet
vom Dichter
Das einzige Licht unter den Menschen,
bis des Wissens Größtes,
Daß die Erde nicht war,
noch der hohe Himmel,
noch Baum noch Berg war,
noch irgendetwas,
noch die Sonne schien,
noch der Mond leuchtete,
noch das glänzende Meer war.
Als da nichts war an Enden und Wenden,
da war doch der eine allmächtige Gott,
der Wesen freigebigste,
und da waren auch mit ihm
viele herrliche Geister
und Gott war heilig.
Allmächtiger Gott,
der Du Himmel und Erde erschaffen
und den Menschen so viel Gutes gegeben hast,
verleih mir in Deiner Güte
rechten Glauben und guten Willen,
Weisheit und Klugheit und Kraft,
den Teufel zu widerstehen
und das Böse zu meiden
und Deinen Willen zu vollbringen.
814 n. Chr.
Sockelinschrift:
814 — 2024