| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Weilheim-Schongau |
| Ort | |
| Suchbegriffe | Linde, Wessobrunner Gebet |
Beschreibung
Wessobrunner Gebet anno 814
Dat gafregin ih mit firahim firiwizzo meista
dat ero ni was noh ufhimil
noh paum noh pereg ni was
ni sterro nohheinig noh sunna ni scein
noh mano ni liuhta noh der mareo seo
Do dar niwiht ni was enieo ni endco
enti do was dereimo almahtico cot
manno miltisto enti do waren auh man
cootlihhe geista enti cot heilac
Cot almahtico du himil enti erda gaworahtos
enti du mannun so manac coot forgapi
forgip mir in dina ganada rehta galaupa
enti cotan willeon wistom enti spahida
tugida enti craft tiuflun zu widarstantanne
enti ac daz pausi sanno enti dinan willeon zu gawurchanne
Das Wessobrunner Gebet (ca. 814)
Das erfuhr ich unter den Menschen als das größte Wunder:
Dass die Erde nicht war, noch der Aufhimmel,
noch Baum noch Berg war;
nicht ein einziger Stern [war], noch die Sonne schien,
noch der Mond leuchtete, noch das glänzende Meer.
Als da gar nichts war, weder Ende noch Grenze,
da war der eine allmächtige Gott,
der Menschen gütigster, und da waren auch mit ihm
viele herrliche Geister, und Gott [ist] heilig.
Gott Allmächtiger, der du Himmel und Erde erschaffen hast
und den Menschen so viel Gutes gegeben hast:
Gib mir in deiner Gnade den rechten Glauben
und guten Willen, Weisheit und Klugheit,
Tugend und Kraft, um dem Teufel zu widerstehen
und das Böse zu meiden und deinen Willen zu vollbringen.